Sian Griffiths
Distanzreiten
Schon mit drei Jahren setzte ihre Mutter sie aufs Pferd und gab ihr später auf Ponies den ersten Unterricht. In einem typisch deutschen Stall lernte Sian Abteilungsreiten, bis sie mit 14 Jahren ihr erstes Pferd, den AV-Wallach Sahib (v. Salam a.d. Korinah III von Nabuch) bekam. Die beiden hatten sich gesucht und gefunden! Er war und ist ihr Traumpferd.
Er war 14 Jahre alt und zeigte bald seine mangelhafte Ausbildung, die ihren Reitlehrer, einen Kavalleristen, zu dem Spruch veranlasste: "Aus nem Besenstiel kann man keine Geige machen..", aber er empfahl Sian auch, mit ihrem Araber doch mal Distanzritte auszuprobieren. Gesagt getan. Sie trainierte nach seinen alten Kavallerieplänen und entdeckte für Sahib und sich den idealen Sport. Neben den ersten Turnierprüfungen und Jagden ritten sie zunehmend Distanzritte. Drei Jahre lang ritten sie bis zu 140 km, bis die Bildung einer Schale im Fesselgelenk, Folgeschaden seines zu frühes Einsatzes im im Springsport, seine Karriere beendete.
Sians Nachwuchspferd kaufte sie sich vom erjobbten Geld vor dem Pädagogikstudium.
Der AV-Wallach Cernit (Cenzor ad Wabana v Euben), genannt Nick, kam als Jährling zu ihr und sie bildete ihn selber aus. Eigentlich nebenbei kam sie mit ihrem, selbstgezogenen Vielseitigkeitspferd, der Hannoveranerstute Pepper Mint (Passepartout ad Laila v Lions xx), genannt Peppy, zum Distanzsport. Sie Stute ließ sich mehr als gut an, hatte mit keiner Strecke Probleme und unversehens waren sie bei den Hundertmeilen, gewannen den Traditionshundertmeiler Heidedistanz 2001 und ritten erfolgreich international. Der Förderverein auf Hannoverschen Pferden bekundete sein Interesse und bis heute ist Pepper Mint FRH das einzige Distanzpferd, welches der Verein je gefördert hat.
Nick schien nicht das rechte Temperament für den Distanzsport zu haben und sie ritt ihn vermehrt im Dressursport bis M, wo er viele gute Erfolge erzielen konnte. Er zeigte ihr aber auch den Weg zu FEINES REITEN! und weg vom Showwettbewerb im Dressurviereck hin zur klassischen, soliden Ausbildung. Nach und nach erarbeiteten sie dann doch noch die Langen Strecken bis hin zum Hundertmeiler und Nick dürfte einer der wenigen Araber sein, der gleichzeitig hohe Dressurerfolge und Langstreckenerfolge in einer Saison erzielen konnte. 2000 gewann er das Norddeutsche Championat- für Sian persönlich, sein größter Erfolg.
Die nächsten Nachwuchspferde kamen aus Frankreich: Siddhi Du Vivarais AV-Hengst (Marzouk a.d. Nuriah von Kabul) und Piove (Piruet a.d. Alwernia v Celebes). Derzeit ist Piove ihr erfolgreichstes Pferd mit welchem sie im B-Kader bin. Siddhi ist ebenfalls bis zum Hundertmeiler siegreich unterwegs und hat bereits internationale Erfahrungen.
Daneben hat Sian immer wieder andere Pferde auf Distanzritten geritten. Ihre bevorzugte Rasse ist und bleibt das arabische Vollblut. Mittlerweile hat Sian ihre 10.000 Wettkampfkilometer deutlich überschritten und hat ein großes Ziel vor mir: Albert Fichtel einzuholen, der mit 24.000 km derzeit der Massstab für erfolgreiche jahrelange Distanzlaufleistung ist. Sians Traum ist die Teilnahme an einem Championat und vor allem die Teilnahme am Hundertmeiler Florac in Frankreich.
Text und Bild mit freundlicher Genehmigung von www.distanzreitzentrum.de entnommen.
Über den Autor, Freia Schultz-Friese
Freia Schultz-Friese ist dem Pferdesport seit frühester Kindheit verschrieben, und bleibt bis heute den Pferden treu. Sie betreibt den Reit- und Fahrsport aktiv mit eigenen Pferden seit nunmehr über 25 Jahren. Viele Disziplinen hat sie seither ausprobiert. Ihre alten und neuen Erfahrungen bringt sie in den Artikeln des Pferdekuriers ein.