Überbaut

    Aus Pferde-Lexikon

    Als "überbaut" wird ein Pferd bezeichnet, dessen höchster Punkt der Kruppe höher liegt als die Mitte des Widerrists. Grundsätzlich beeinträchtig dieses als Mangel einzustufende Exterieurmerkmal die Reiteignung eines Pferds, da überbaute Pferde nur schwer versammelt werden können und selten erhabene Gangarten entwickeln, da der Schwerpunkt durch die tiefe Vorderhand nach vorne verlagert wird. Dies kann dazu führen, dass die Vorderbeine frühzeitig verschleißen.

    Bei entsprechender Ausbildung - und dem Verzicht auf Ambitionen im englischen Turniersport - stellt der Exterieurmangel (in geringer Ausprägung) jedoch keine große Behinderung für ein Freizeitpferd dar. Bei einigen Rassen ist ein leicht überbauter Stand sogar rassetypisch bzw. wird bewusst toleriert, wie bei den Quarter Horses, bei denen flache Gangarten bei tiefer Kopfhaltung erwünscht sind. Ponys, vor allem unplanmäßige Mischungen, neigen ebenfalls oft zu einer überbauten Kruppe.

    Typisch ist die hohe Hinterhand zudem in bestimmten Wachstumsphasen, da sich Vorderhand und Hinterhand oft ungleichmäßig entwickeln, sodass es zeitweilig zu Verschiebungen der korrekten Verhältnisse (und damit oft zu vorübergehenden Verspannungen) kommt. Ein mit drei, oft auch mit vier Jahren überbautes Pferd wächst sich häufig noch "aus" und steht mit fünf bis sechs Jahren korrekt.


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