Andere Verhaltensstörungen

    Aus Pferde-Lexikon

    Holzfressen

    Dieses eigentlich natürliche Verhalten, das u.a. der Reinigung und dem Abschleifen der Zähne dient, kann bei Langeweile zu einer Dauerbeschäftigung werden. Zudem stellt es den Versuch des Pferds dar, einen Rohfasermangel in der Fütterung auszugleichen. Gefährlich ist neben der Verletzung des Mund-Rachen-Raumes durch Holzsplitter besonders die Aufnahme giftiger Holzschutzmittel.

    Um Abhilfe zu schaffen, sollte zunächst der Rohfaseranteil des Futters erhöht werden - am besten durch die Gabe guten Heus. Die Anbringung von Metallkappen auf allen waagrechten Holzflächen oder das Bestreichen mit Verbissschutzmitteln, die jedoch nicht bei jedem Pferd Wirkung zeigen, schützt die Stallung. Das früher praktizierte Bestreichen mit Altöl sollte aus Umweltschutzgründen unterlassen werden.

    Scharren

    Das stete Scharren mit einem Vorderbein zehrt nicht nur an den Nerven des Besitzers, sondern führt auch zu übermäßigem Abrieb der Vordereisen, die frühzeitig ersetzt werden müssen. Unbeschlagene Pferde wetzen sich die Hufe teilweise bis aufs "Leben" ab und gehen lahm. Die Ideallösung ist freier Weidezugang: zum einen vermindert dies die Langeweile, die meist die Ursache des Scharrens ist, zum anderen ist das Scharren auf weichem Naturboden unschädlich für die Hufe. Tritt nur kurzzeitig intensives Scharren auf, kann dies eine Schmerzreaktion darstellen - bspw. auf eine Kolik.

    Kotfressen, Koprophragie

    Wie das Holzfressen ist die Aufnahme von Kot ein Zeichen für einen Mineralstoff- oder Rohfasermangel, der durch die Gabe qualitativ hochwertigen Heus üblicherweise behoben werden kann. Bei Fohlen ist das Kotfressen zeitweilig als normal einzustufen, da es der Aufnahme lebenswichtiger Darmbakterien dient.


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