Assateague- und Chincoteague-Pony

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Herkunft: USA
    Stockmaß: 120-125 cm
    Farben: alle; häufig Schecken
    Eignung: Freizeitpferd

    Exterieur

    Die Assateague- und Chincoteague-Ponys, die nach den Inseln an der US-amerikanischen Ostküste, auf denen sie leben, benannt sind, besitzen ein praktisch identisches Erscheinungsbild. Der Kopf ist lang, aber nicht grob; die Nasenlinie ist gerade, die Ohren von mittlerer Länge. Der Hals setzt in mittlerer Höhe an den flachen Schulter an. Der Widerrist ist für ein Pony relativ stark ausgeprägt. Der gerade Rücken geht in eine nur mäßig schräge Kruppe mit relativ hoch angesetztem Schweif über. Die Beine sind schlank und trocken, die Fesseln nicht zu steil und lang, die Hufe hart. Insgesamt macht das Assateague- wie das Chincoteague-Pony eher den Gesamteindruck eines sehr kleinen Großpferds als den eines Ponys.

    Die beiden Rassen erreichen allerdings nur ein Stockmaß von rund 123 Zentimetern.

    Sie treten in allen Farben auf, am häufigsten sind Falb-, Isabell- und Braunschecken zu finden. Alle Abzeichen an Kopf und Extremitäten können vorkommen. Die Ponys besitzen ein sehr widerstandsfähiges, eher raues Fell, sowie dichtes, raues Langhaar.

    Herkunft und Haltung

    Die kleinen Pferde leben heute noch halbwild auf den Inseln Assateague und Chincoteague vor der Küste der Bundesstaaten Maryland und Virginia. Sie sind, wie inzwischen bewiesen wurde, nicht dort heimisch. Vermutlich retteten sie sich aus einem kenternden maurischen Schiff, das sich auf dem Weg nach Südamerika befand. Dort entwickelten sich die Rassen ohne fremde Einflüsse und weitgehend ohne Kontakt zu Menschen. Die Nachkommen wurden aufgrund der Lebensbedingungen und des teilweise rauen Seeklimas kleiner, behielten aber den Körperbau der großen Pferde, von denen sie abstammen, bei. Auch heute leben die Assateague-Ponys noch weitgehend wild auf den beiden Inseln. Jedes Jahr Ende Juli werden sie schwimmend auf die Nachbarinsel Chincoteague getrieben, wo Versteigerungen stattfinden.

    Art und Wesen

    Assateague- und Chincoteague-Ponys sind durch jahrzehntelangen geringen Kontakt zu Menschen geprägt; sie sind nicht sehr menschenbezogen und besitzen einen sehr eigenwilligen Charakter. Vereinzelt ergeben die Pferde nach konsequenter Erziehung trotz ihrer Sturheit geeignete Jugendponys.


    Artikel teilen