Ausrüstung Westernreitsport

    Aus Pferde-Lexikon

    Westernsattel

    Der typische Westernsattel ist hoch spezialisiert und wird im Artikel "Westernsattel" detailliert erklärt.

    Westernpad

    Unter dem Westernsattel liegt traditionell ein beinahe quadratisches Pad, das meist eine gewebte Oberseite besitzt. Die Unterseite dieser dick gepolsterten Sattel"decke" besteht aus Kodelvlies oder echtem Schaffell. Die im Handel angebotenen Navajo-Decken, die lediglich einfach oder einmal gefaltet aufgelegt werden, sind nicht ausreichend, da der Sattel selbst im Gegensatz zum Englischsattel über keinerlei Polsterung verfügt. Diese Decken dienen daher lediglich dem Schutz des eigentlichen Pads bzw. der Zierde und sind in den Show-Ausführungen aus schwerem Material, mit Lederapplikationen und Silberconchas verziert.

    Westernzäume

    Auch die Zaumzeuge der Turnierreiter zeugen häufig von der Freude an aufwändigem Schmuck: Conchas, große, verzierte Schnallen, silberne Hülsen und Platten auf dem Leder sind ebenso zu sehen wie Rohhautumflechtungen ("Rawhide") und die in Handarbeit ("Horse hair hitching") produzierten, ausgesprochen teuren Flechtungen aus Pferdeschweifhaar. Wer etwas auf sich hält, lässt Zaum und Vorderzeug passend zu den Verzierungen des Sattels anfertigen.

    Für den Freizeitreiter stehen jedoch zahlreiche schlichte, preisgünstigere Modelle zur Wahl. Das Standardkopfstück besitzt einen Genickriemen, oft nur einseitig verstellbar, einen Stirnriemen und einen separaten Kehlriemen. Bei Einohrzäumen fehlt der Kehlriemen und der Stirnriemen wird durch eine kürzere Schlaufe ersetzt, die lediglich um ein Ohr gelegt wird. Sperrriemen oder Reithalfter sind nicht üblich; bei jungen Pferden wird jedoch manchmal ein einfaches "amerikanisches" Reithalfter ("noseband") eingeschnallt.

    Die Zügel

    Die Zügel ("reins") sind aus glattem, z.T. doppelt genähtem Leder, am Ende nicht verbunden und für Großpferde jeweils ca. 2-2,20m lang. Lediglich Roper reins sind geschlossen, aber deutlich kürzer als englische Zügel, da das Pferd nach dem Abspringen des Reiters auf das Kalb nicht auf oder in den Zügel treten darf. In der altkalifornischen Reitweise werden die ebenfalls geschlossenen Romal reins verwendet, an deren Ende ein einzelner "Extrazügel" mit einem breiten Lederendstück angebracht ist, der als Peitschenersatz fungieren kann. Grundsätzlich wird beim Westernreiten keine Gerte verwendet. Üblich sind dagegen Rädchensporen, die die durch die breiten Fender des Sattels abgemilderten Schenkelhilfen verstärken sollen.

    Das Vorderzeug

    Ein V-Vorderzeug hält den Sattel beim Bergaufreiten am Platz, ein Hintergurt (zweiter Sattelgurt, Back cinch) verhindert ein "Hochklappen" des Sattelendes.

    Hilfszügel

    Teilweise werden während der Jungpferdeausbildung Hilfszügel eingesetzt. Das Tie down ähnelt einem Halfter, von dem aus ein Stoßriemen zum Sattelgurt verläuft und das so das Kopfschlagen des Pferds verhindert (ähnlich dem stehenden Martingal). Beim Running martingal verlaufen, genau wie beim deutschen Martingal, die Zügel durch zwei Ringe an einem Riemen vom Bauchgurt aus; es verhindert ebenfalls ein zu starkes Heben des Pferdekopfs.

    Schutzausrüstung für Reiningpferde

    Turnierpferde, die in der Reining vorgestellt werden, benötigen darüber hinaus bestimmte Ausrüstungsgegenstände, die dem Schutz ihrer stark beanspruchten Extremitäten dienen. Dazu zählen Skid boots, Gamaschen, die den Fesselkopf der Hinterbeine bedecken, der beim Sliding Stop sonst durch den Sand aufgescheuert würde. Auch an den Vorderbeinen werden häufig Gamaschen ("boots") und Glocken ("bell boots") angelegt. Spezielle Hufeisen, die besonders glatt und langschenklig sind, erleichtern das Gleiten zusätzlich.




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