Damensättel

    Aus Pferde-Lexikon

    Die gängigsten Damensattelmodelle entstammen dem englischen Sprachraum, weshalb sie an dieser Stelle Erwähnung finden sollen; grundsätzlich gibt es aber in allen Reitkulturen für den Seitsitz konstruierte Sättel (darunter Vaquera- und Western-Damensättel).

    Damensättel besitzen einen sehr flachen, breiten Sitz und auf der linken Seite ein großes Sattelblatt ohne Pausche. Die ebenfalls links angebrachten Hörner können unterschiedlich geformt sein, je nach Reitweise. Üblich sind zwei breite Hörner, von denen eines nach oben gebogen ist und so den rechten Oberschenkel stützt, während das andere, beweglich gelagerte, durch das Andrücken des linken Oberschenkels dem gesamten Sitz Sicherheit verleiht. Bei einigen Sätteln umschließt ein drittes, kleineres Horn den rechten Oberschenkel von oben. Dies birgt jedoch einige Risiken, da sich die Reiterin im Fall eines Sturzes nur schwer aus dem Sattel befreien kann.

    Üblicherweise wird für den einzelnen Steigbügel ein Sicherheitsmodell gewählt, das sich bei großem Druck oder Zug öffnet und den Fuß freigibt. Das rechte Sattelblatt ist nur rudimentär vorhanden und deckt lediglich die Verschnallung des Sattelgurts ab. Dieser muss breit aufliegen und stabil sein, um ein Verrutschen des Sattels zu verhindern. Zu diesem Zweck existiert außerdem ein zweiter Balancegurt, der weiter hinten angebracht ist und nach schräg vorwärts-unten zum vorderen Gurt verläuft. Das große Sattelblatt wird teilweise durch einen weiteren Riemen gesichert.

    Aufgrund der unvermeidbar leicht einseitigen Belastung muss darauf geachtet werden, dass ein Damensattel hervorragend passt und Widerrist und Wirbelsäule des Pferds weiträumig frei hält. Der Sattel selbst ist gepolstert; eine weitere Polsterung in Form einer dicken Schabracke oder eines Pads empfiehlt sich jedoch.


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