Der Huf

    Aus Pferde-Lexikon

    Vom Zehengänger zum Zehenspitzengänger

    Pferde zählen zu den Unpaarhufern, wie alle anderen Equiden - Zebras, Esel, das Przewalski-Pferd -, aber auch beispielsweise die Tapire und Nashörner. So verschieden der Tapir in seinem Erscheinungsbild vom heutigen Pferd ist, er besitzt doch zahlreiche Merkmale, die bei den Urpferden auch auftraten und im modernen Pferd oft in Ansätzen noch vorhanden sind. Eines davon sind die vorne vier und hinten drei Zehen, die durch eine dicke Hornschicht geschützt sind. Sie gleichen den Zehen des Eohippus, des Urahns des Hauspferdes.

    Bei den Pferden jedoch wuchs die jeweils zweite Zehe von innen zu einem immer härteren Huf heran, während die übrigen Zehen langsam verkümmerten. Die Knochen der verbliebenen starken Zehe rotierten in der Hornkapsel, sodass aus dem Zehengänger ein Zehenspitzengänger wurde.

    Die Rudimente der übrigen Zehen sind aber noch immer vorhanden. So entstand aus der innersten Zehe die Kastanie: eine weiche Hornwulst, die sich an den Vorderbeinen innen über dem Karpalgelenk, hinten kurz unterhalb des Sprungbeinhöckers am Sprunggelenk befindet. Ähnlich dem Huf wachsen auch diese rudimentären Hornzehen nach; meist brechen sie von selbst ab.

    Die Hornkapsel

    Die verbliebene mittlere Zehe ist von einer Hornkapsel umgeben, die eine Dicke von lediglich wenigen Millimetern und verschiedene Hornqualitäten aufweist.

    Die Tragwand des Hufs wird durch hartes, trockenes und relativ unelastisches Wandhorn gebildet. Das Körpergewicht des Pferds lastet bei einem gesunden Huf weitgehend auf dieser Wand; der Strahlkörper und die Sohle tragen meist nur wenig Gewicht. Um den Abrieb, der durch das Gehen auf steinigem oder sandigem Boden entsteht, auszugleichen, wird ständig neues Wandhorn im Kronsaum nachgebildet und nach unten geschoben.

    Hufwachstum

    Die Geschwindigkeit des Hornwachstums ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig wie Rasse, Alter, Haltung, Fütterung und Nutzung des Pferdes. Der Huf eines beschlagenen Pferds wird rasch sein Wachstum drosseln, da praktisch kein natürlicher Abrieb mehr besteht. Meist reaktiviert sich das normale Wachstum jedoch innerhalb weniger Monate nach Abnahme der Hufeisen. Üblicherweise wächst ein Huf innerhalbeines dreiviertel Jahres vollständig vom Kronsaum bis zum Boden heraus.

    Störungen des Hufwachstums entstehen durch äußere Einflüsse oder Haltungsmängel. Im Folgenden seien die am Häufigsten auftretenden Probleme genannt:

    • Hornspalten haben eine "Laufrichtung", die für ihre Beurteilung entscheidend ist. Entsteht der Spalt im unteren Hufbereich und setzt sich langsam nach oben fort, kann von einer fehlerhaften Hufstellung ausgegangen werden. Typisch sind beispielsweise Spalten in der Mitte des Zehenbereichs, wenn durch einen zu engen Beschlag die Trachten zusammengeschoben werden und so eine unnatürliche Spannung im Huf entsteht. Spalten an der Seite des Hufs entstehen oft durch zu lange Zehen bei korrekt stehenden Trachten. Bei schlechter Hornqualität ist jedoch teilweise bereits starke Trockenheit, das Ausbrechen eines kleinen Bereichs der Tragwand oder das einmalige asymmetrische Auffußen auf einer Kante oder einem größeren Stein ursächlich.
    • Vom Kronrand ausgehende Hornspalten können ebenfalls durch Spannungen im Huf entstehen, besonders, wenn diese über lange Zeit nicht behoben wurden. Eine andere Ursache sind - u.U. bereits vernarbte - Verletzungen des hornbildenden Kronsaums, der an der verletzten Stelle in seiner Funktion eingeschränkt ist.

    Durch derartige Verletzungen entstehen auch Einbuchtungen, die sich über die ganze Länge des Hufes ziehen.

    • Bei einem gesunden Huf ist die Hornwand glatt. Herunterwachsende Ringe, die um den ganzen Huf verlaufen, weisen häufig auf Stoffwechselstörungen hin. Vor allem bei periodisch auftretenden Krankheiten wie bspw. einer Hufrehe, die durch einen andauernden Weideaufenthalt in regelmäßigen Abständen wieder aufflammt, kommt es zu gleichmäßiger Ringbildung. Ein einzelner Ring zeigt einen einmaligen schweren Krankheitsschub, eine Medikamentengabe oder Haltungs- und Futterumstellung an.

    Das Wandhorn entspricht in seiner Färbung der Haut des jeweiligen Beines; bei weißen Abzeichen und rosafarbener Haut ist der Huf gelblich, ist die Haut dunkel - auch bei Schimmeln -, besitzt der Huf eine graue Farbe. Bei unregelmäßigen Abzeichen, aber auch rassetypisch beispielsweise bei Appaloosas oder Knabstruppern, entstehen gestreifte Hufe.

    Die Sohle

    Die Sohle besteht aus elastischerem, weil mehr Feuchtigkeit enthaltendem Horn. Auch die Sohle wird nachgebildet, sodass Verletzungen und Hornverluste innerhalb weniger Wochen ausgeglichen werden können. Während das Wandhorn aufgrund seiner Trockenheit jedoch kaum durchstoßen werden kann und eher zum Brechen neigt, können in die weichere Sohle leicht Fremdkörper eindringen. Da sie zudem nicht sehr dick ist, verletzt z.B. ein eingetretener Nagel meist nicht nur das Horn, sondern gleichzeitig die Blutbahnen und anderen Strukturen im Inneren der Hornkapsel.

    Die Sohle besitzt eine Wölbung, deren Ausmaß rassetypisch ist. Oft besitzen Warmblüter eine eher flache, Ponys eine stärker gewölbte Sohle. Die Wölbung gewährliestet zum einen die Funktion der Hufmechanik und verhindert zum anderen, dass der empfindlichere Sohlenbereich durch Steine o.Ä. gequetscht wird.

    Bei Pferden mit starker Hufrehe, die eine Hufbeinrotation ausgelöst hat, zeichnet sich nach einiger Zeit der Rand des Hufbeins als erhabene, geriffelte runde Linie ungefähr auf halber Höhe zwischen Weißer Linie und Strahl ab.

    Die Empfindlichkeit der Sohle kann vor allem bei unbeschlagenen Pferden häufig an beim Ausschneiden zu Tage tretenden, getrockneten Bluteinlagerungen festgestellt werden. Diese Blutergüsse sind aus winzigen Quetschungen der Huflederhaut durch das Auffußen auf Steinen oder das ungleichmäßige Beschneiden der Sohle entstanden, die nach einigen Monaten herauswachsen. Üblicherweise stellen sie kein Problem für das Pferd dar.

    Die Sensibilität dieses Hufbereichs besitzt eine lebenswichtige Funktion: Dank ihr kann das Pferd bis zu einem gewissen Ausmaß den Untergrund "ertasten" und so bspw. spitzen, dem Huf gefährlichen Steinen ausweichen oder in schwierigem Gelände die Sicherheit des Bodens erfühlen.

    Die Sohle wird im Randbereich, wo sie durch die Weiße Linie vom Wandhorn abgegrenzt wird, ebenfalls durch das Pferdegewicht belastet. Schwere Pferde, die mit schmalen Eisen beschlagen wurden, können deshalb einen Großteil der Sohlenwölbung verlieren, da das Gewicht des Pferds das Hufbein in seiner Aufhängung nach unten schiebt.

    Der Strahl

    Das Strahlhorn besitzt den höchsten Flüssigkeitsgehalt und ist daher ein zäh-elastischer Puffer. Der Strahl deckt mit seinem breiten Ende, dem Ballen bzw. Ballenkissen, beinahe die ganze Breite des Trachtenbereichs ab. Zusammen mit dem darüber liegenden Strahlpolster wird so der Stoß des Auffußens zur Schonung der Huf- und Beingelenke deutlich abgedämpft. Die Spitze des Strahls ragt weit in die Hufsohle hinein; auf beiden Seiten wird der Strahl durch die seitlichen Strahlfurchen vom Sohlenhorn getrennt. Die mittlere Strahlfurche, die mittig ungefähr bis zur Hälfte der Strahllänge reicht, ist bei weitem nicht so ausgeprägt.

    Aufgrund des hohen eigenen Wassergehalts ist das Strahlhorn Feuchtigkeit gegenüber am empfindlichsten; v.a. durch längeres Stehen in einer ungenügend gemisteten Box können sich leicht faulende Stellen (Strahlfäule) bilden. Wie die Sohle kann auch der Strahl leicht von spitzen Gegenständen durchdrungen werden.

    Der Hufmechanismus

    Die Hornkapsel wirkt nur auf den ersten Blick starr und unbeweglich. Beim unbeschlagenen Pferd zeigt sich, dass er sich im Trachtenbereich beim Auffußen um mehrere Millimeter weitet und beim Abfußen wieder zusammenzieht. Das zäh-elastische Material des Strahls ermöglicht diesen Hufmechanismus. Diese Bewegung der Hornkapsel unterstützt bei jedem Schritt des Tiers den Blutkreislauf der auch vom leistungsfähigen Pferdeherz schwer zu versorgenden Extremitäten. Die "Hufpumpe" sichert die Durchblutung auch der feinsten Kapillargefäße des Hufs. Auch aufgrund von Verletzungen oder Entzündungen gebildeter Eiter, der aufgrund der harten Hufwand nicht aufbrechen kann, kann so abtransportiert werden.

    Ein Beschlag mit Hufeisen blockiert den Mechanismus teilweise; wird korrekt - nur bis auf Höhe der Strahlspitze - genagelt, zeigt sich die Bewegung des Hufes an den an den Trachten und auf dem Eisen entstehenden Schleifspuren. Beim erneuten Beschlagen muss daher darauf geachtet werden, die Zehe, die keinerlei Abrieb erfährt, entsprechend den am Eisen abgeschliffenen Trachten zu kürzen, damit der Huf nicht immer flacher wird.

    Stehen Pferde die meiste Zeit, wie es in der Box, vor allem aber im Ständer der Fall ist, kommt die Hufpumpe kaum zum Einsatz. Kapillargefäße können veröden und Entzündungen, Wasseransammlungen etc. im Huf und in den Beinen werden nicht mehr abtransportiert ("angelaufene" oder "dicke" Beine bei Stallpferden). Abhilfe schafft hier nicht das verbreitete Bandagieren, das nur zusätzliche Stauungen erzeugt, sondern gleichmäßige, ruhige Bewegung, wie sie generell auch bei Entzündungen im Hufbereich zu empfehlen ist.

    Fehlstellungen

    Probleme mit dem Hufmechanismus entstehen außerdem bei einer stark abweichenden Stellung des Hufs. Üblicherweise nimmt man die gedachte Fortsetzung des Fesselbeins als Ideallinie für die vordere Hufwand; Fessel und Huf sollten also denselben Winkel zum Boden aufweisen. Bei Bockhufen oder sehr flachen Hufen kann sich der Huf aufgrund der veränderten Belastungs- und Spannungsverhältnisse nicht mehr ungehindert weiten.

    Das Hufinnere

    Wenn ein Pferd nach dem Besuch des Schmieds stark lahmt, ist es möglich, dass dieser "ins Leben" genagelt hat. Dies bedeutet, dass ein Hufnagel in den schmerzempfindlichen Bereich innerhalb der Hufkapsel eingedrungen ist.

    Die Trennlinie zwischen Horn und "Leben" stellt die stark durchblutete Huflederhaut dar. Sie entspricht außerhalb des Hufs den äußeren Hautschichten. Sie kann im Sohlenbereich bspw. durch ungünstiges Auftreten auf großen Steinen gequetscht werden, was sich im Lahmen des Pferds und später in einem herauswachsenden, ins Horn eingelagerten Bluterguss zeigt. Die Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut.

    Besonders leicht entsteht eine Prellung der Huflederhaut in dem Bereich, wo sie zwischen dem Sohlenhorn und dem Hufbein liegt. Das Hufbein stellt das letzte Fingerglied dar, die Zehenspitze zeigt beim gesunden Huf parallel zur vorderen Hufwand schräg Richtung Boden. Bei einer durch eine Huflederhautentzündung (Rehe) hervorgerufenen Hufbeinrotation dreht sich die Spitze stärker nach unten, was für das Pferd äußerst schmerzhaft ist.

    Im Zehenbereich beginnt am Hufbein die Strecksehne.

    Über dem Hufbein liegt das Kronbein, das dem mittleren Fingerglied beim Menschen entspricht. Hinter diesen beiden befindet sich das Strahlbein. Dieser kleine Knochen gewährleistet die sichere Lage und das unbehinderte Gleiten der Tiefen Beugesehne, die am Hufbein ansetzt. Trotz seiner geringen Größe kann das Strahlbein Probleme bereiten, da es verhältnismäßig leicht bricht - bspw. durch das Fallenlassen des Hufs auf die Hufspitze statt eines langsamen Absetzens nach dem Auskratzen (siehe auch Knochenbrüche).


    Auf das Kronbein folgt das Fesselbein, dass bereits nicht mehr zu den Hufknochen zu zählen ist.

    Die "Weiße Linie" stellt die Verlängerung der Vorderkante des Hufbeins dar und trennt die Hufwand von der Hufsohle. Beim frisch ausgeschnittenen Huf kann man tatsächlich die weiße Färbung dieser Linie erkennen. Ihre grobe Lamellenstruktur ist vollkommen anders als die des umgebenden Horns; da sie zudem sehr weich ist, schieben sich bei schlechter Hornqualität leicht kleine Steine in die Weiße Linie, werden durch weitere Steine nach oben gedrückt und verursachen so Hufabszesse. Normalerweise nur wenige Millimeter breit, kann sich die Linie nach einer starken Hufrehe mit Hufbeinrotation auf bis zu einen oder eineinhalb Zentimeter verbreitern.

    Hufpflege

    Wie die Hufe eines Pferdes richtig gepflegt werden sollten ist ein Thema, über das zahllose und äußerst kontroverse Meinungen bestehen. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass letztendlich der Wert eines Pferds entscheidend von der Qualität seiner Hufe abhängt: Ein hervorragendes Exterieur nutzt dem Reiter wenig, wenn das Pferd aufgrund von Hornspalten oder Hufrehe lahmt. Dennoch sind eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse über die Bedürfnisse des Hufs selten.

    Einige grundsätzliche Tipps können jedoch gegeben werden. Der Huf ist von Natur aus auf ständige Belastung auf den unterschiedlichsten Untergründen sowie auf starke Schwankungen der Umgebungstemperatur ausgerichtet. Kälte und Hitze schaden der Hornstruktur nicht. Entscheidend für die Elastizität des Horns und damit die Funktion des Hufmechanismus ist der Wassergehalt des Horns, der jedoch wiederum rassespezifisch ist.

    Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass sich der Feuchtigkeitshaushalt im Huf eines Pferds, das im Offenstall mit Weide gehalten wird, auch in der trockeneren Jahreszeit durch Regen bzw. Tau von selbst ausgleicht. Probleme können entstehen, wenn Pferde in einem unbefestigten Auslauf gehalten werden, der sich bei längerem Regen in tiefen Schlamm verwandelt. Ständige Feuchtigkeit kann zu aufgeweichtem Horn, das sich auf steinigen Böden leichter abschleift, und Krankheiten wie Strahlfäule führen.

    Auch sehr trockene Ausläufe stellen ein Problem dar, da das Horn austrocknet und spröde wird. Idealerweise wird Pferden in reinen Schotter- oder Rasengitterausläufen eine Schwemme angeboten, in der sie sich beliebig aufhalten können und deren Wasser mindestens bis zum Kronsaum reicht; meist wird man feststellen, dass die Pferde diese ausreichend oft nutzen, um die Hufelastizität zu sichern. Ist dies nicht möglich, sollten die Pferde möglichst regelmäßig für längere Zeit in einen Bach geritten oder mit dem Wasserschlauch abgespritzt werden.

    Bei Boxenhaltung wird die Versorgung mit ausreichend Feuchtigkeit komplizierter; hinzu kommt die unnatürliche Belastung der steten Einwirkung von Ammoniak aus Urin und Kot. Häufig findet sich daher bei Boxenpferden ein von Rissen durchzogenes, weiches und leicht bröckelndes Sohlenhorn sowie - besonders in den Strahlfurchen - faulendes Strahlhorn. Abhilfe schafft hier nur penibelste Sauberkeit sowie möglichst häufiger Aufenthalt auf natürlichem Untergrund.

    In jedem Fall unerlässlich ist eine möglichst tägliche Kontrolle der Hufe. Diese beinhaltet neben dem Auskratzen die Entfernung in die weiße Linie eingetretener Steine oder das Glätten ausgebrochener Stellen bei unbeschlagenen bzw. die Überprüfung der Festigkeit von Hufeisen und -nägeln bei beschlagenen Pferden.

    Der Markt hält inzwischen eine schier unüberschaubare Anzahl von Hufpflegemitteln bereit. Die üblichsten sind Huffette und -öle. Huffette können in ihrer Qualität stark differieren; grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass billigere und vor allem farbige (schwarze) Fette eine rein kosmetische Wirkung besitzen, im schlimmsten Fall das Horn sogar schädigen. Bessere Fette besitzen meist einen hohen Gehalt an Lorbeeröl, das in reiner Form auch in der Apotheke erhältlich ist. Die Wirkung von Lorbeeröl ist jedoch umstritten. Sicher nicht schädlich, wenn u.U. auch die Hornqualität nicht entscheidend verbessernd ist das wöchentliche (keinesfalls tägliche!) Einmassieren des Lorbeeröls in den Kronsaum. Die ätherischen Öle sollen zu einer besseren Durchblutung und damit einer schnelleren Hornproduktion führen.

    Das Auftragen von Pflegemitteln auf die Hufwand ist nutzlos. Ob durch Einfetten des kompletten trockenen bzw. nassen Hufs die Feuchtigkeit fern bzw. im Inneren des Hufs gehalten werden kann, darf als zweifelhaft gelten.

    Verschiedene Futtermittel versprechen, durch bessere Mineralstoffversorgung die Hufqualität zu steigern. Lange Zeit galt Biotin als "Wundermittel" im Kampf gegen schlechte Hufe; wissenschaftlich konnte selbst bei massiver Biotingabe keine entscheidende Verbesserung nachgewiesen werden. Zweifelsohne kann aber eine Unterversorgung an Mineralien und Vitaminen zu schlechtem Horn und verringertem Wachstum führen.

    Hufschmied bzw. Hufpfleger

    In der Natur gleichen sich Wachstum und Abrieb des Hufs an, zumal Wildpferde ihr ganzes Leben in einer annähernd unveränderten Umgebung verbringen. Wegen der geringen Belastung wirken sich auch Stellungsfehler (siehe auch Pferdebeurteilung) nur wenig aus bzw. können durch einen modifizierten Bewegungsablauf kompensiert werden.

    Bei Hauspferden, die auf häufig wechselndem Untergrund in unterschiedlicher Intensität geritten werden und dabei möglichst lange gesund bleiben sollen, besteht jedoch die Notwendigkeit der Hufkorrektur und u.U. des Hufschutzes. Alle sechs bis acht Wochen muss daher ein Hufschmied oder Hufpfleger die Hufe des Pferdes kontrollieren, die Ränder feilen, den Strahl und die Sohle ausschneiden und Fehlstellungen korrigieren. Hufbeschläge, ob aus Gummi oder Eisen, sollten genau überdacht werden: Da sie ein Eingriff in die natürliche Funktion des Hufes sind, können sie den Gelenken und der Hufqualität schaden. Nicht alle Pferde aber können ohne Hufeisen laufen; Kutschpferde benötigen oft Eisen, da sich die Hufe auf Asphalt schnell abreiben, und Springpferde brauchen Eisen mit Stollen, um auf feuchtem Gras bei der Landung nicht zu rutschen.




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