Druse

    Aus Pferde-Lexikon

    Symptome

    Die Inkubationszeit der Ansteckungskrankheit Druse beträgt rund eine Woche. Zunächst äußert sich die Erkrankung in Appetit- und Energielosigkeit, erhöhten Pulswerten und erhöhter Temperatur oder Fieber. Dann schwellen die Lymphknoten im Rachen, im Kehlgang und an der Ohrspeicheldrüse stark an, erwärmen sich und sind extrem berührungsempfindlich. Dem Pferd läuft in großen Mengen Eiter aus den Nüstern. Das Abschlucken fällt schwer und ist schmerzhaft; ein trockener Husten kann sich einstellen. Auch Atemschwierigkeiten können aufgrund der Schwellungen auftreten.

    Nach einigen Tagen bilden sich an den betroffenen Lymphknoten Abszesse; es können auch Lymphknoten in anderen Körperregionen, bspw. den Geschlechtsteilen oder der Niere, anschwellen. Das Fieber steigt auf bis über 40 °C, das Pferd wirkt zunehmend apathisch und frisst nicht mehr. Teilweise tritt Eiter auch über die Augen aus.

    Ursachen

    Der Druse verursachende Erreger heißt Streptococcus equi; er ruft eine Infektion der oberen Atemwege (Nase, Nasennebenhöhlen, Rachenraum) hervor. Er greift offenbar häufig als "Nachfolger" des Influenzavirus das bereits stark geschwächte Immunsystem an. Zuweilen folgt nach Abheilen der Druse auch eine (teilweise tödliche) Blutfleckenerkrankung (Petechialfieber), eine Gefäßentzündung, die heiße Ödeme am Körper und das Platzen der Blutgefäße in den Schleimhäuten hervorruft.

    Behandlung

    Druse ist - vorrangig für junge Pferde zwischen wenigen Monaten und sechs Jahren - hochgradig ansteckend und breitet sich über eine Tröpfcheninfektion oft epidemieartig in einem Pferdebestand aus. Turniere, Pferdemärkte und ähnliche Veranstaltungen bieten zahlreiche Ansteckungsmöglichkeiten. Allerdings tritt Druse heutzutage deutlich seltener auf als noch vor wenigen Jahrzehnten. Der Erreger hält sich sogar an Kleidung oder Händen des Behandelnden längere Zeit und kann so in andere Ställe getragen werden. Die Quarantäne muss daher extrem konsequent gehandhabt werden. Zudem benötigt das Pferd absolute Schonung und Ruhe. Wegen der Schluckbeschwerden ist eine Fütterung mit gekochten Leinsamen (Mash) ideal.

    Die Behandlung des Pferds selbst ist verhältnismäßig unkompliziert. Ziel ist es, den Abtransport des Eiters aus den Lymphknoten zu forcieren und die Schmerzen des Pferds zu mindern. Zu diesem Zweck wurden früher heiße Kartoffelwickel an Kopf und Hals angebracht; heute wird bspw. Zugsalbe auf die heißen Stellen aufgetragen. Dies heizt den Entzündungsprozess an, sodass die Abszesse rascher aufbrechen und der Eiter abfließen kann. Alternativ können Antibiotika das Wachsen der Eiterherde einschränken und das starke Fieber senken. Die Abszesse werden teilweise aufgeschnitten, um ein "Ausdrusen" zu ermöglichen. Danach muss der Reinigung von Box, Kleidung und Instrumenten große Aufmerksamkeit gewidmet werden, da der Eiter aufgrund des Bakteriengehalts hochansteckend ist.

    Gefährlich ist Druse vor allem für Fohlen, deren Immunsystem dem massiven Bakterienangriff noch nicht gewachsen ist. In einigen Fällen kann es auch zum Aufplatzen der Abszesse im Körperinneren kommen; die Bakterien werden dann in der Blutbahn durch den gesamten Körper transportiert und verursachen Metastasen, die u.U. zum Tod des Pferds aufgrund von Entkräftung oder Atemnot führen. Überlebende Pferde leiden oft lebenslang an Kehlkopfproblemen. Eine ständige tierärztliche Überwachung der Erkrankung ist daher nötig; dann heilt Druse meist ohne Folgeschäden ab.


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