Eqiudenpass

    Aus Pferde-Lexikon

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    Obwohl er theoretisch seit mehreren Jahren für jedes lebende Pferd innerhalb der EU Pflicht ist (Entscheidung 93/623/EWG), besitzen bis heute - auch aufgrund der unklaren Rechtslage - viele Pferde noch keinen Equidenpass. Spätestens beim Verkauf des Tiers, sofern dieser mit dem Transport in einen anderen Stall verbunden ist, wird er jedoch unabdingbar: jeder Pferdetransport ohne Equidenpass ist illegal.

    Der Pass wird von der deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) oder dem jeweiligen Rasse- bzw. Landesverband ausgestellt. Bei reinrassigen Pferden mit Abstammungsnachweis ("Papiere") ist dieser Vorgang relativ unkompliziert, da in den Papieren bereits Farbe, Abzeichen und Geburtsdatum des Tiers notiert sind sowie die Nummer des Rassebrands, die das Pferd eindeutig kennzeichnet. Diese Angaben werden in den Equidenpass übernommen.

    Bei Pferden ohne Papiere müssen die Unterlagen bei den entsprechenden Stellen (bei reinrassigen Pferden mit in Deutschland nicht anerkannten Papieren beim Rassezuchtverband, bei gemischtrassigen Pferden bei der FN oder dem Landesverband) angefordert werden. Ein entsprechend autorisierter Tierarzt markiert auf Umrissdarstellungen eines Pferds von allen Seiten alle Abzeichen, Farbverläufe, auffällige Narben u.Ä. Anhand dieser soll das Pferd eindeutig erkennbar sein.

    Desweiteren wird im Equidenpass notiert, ob das Pferd als Schlachttier oder Nicht-Schlachttier gehalten wird. Entscheidet sich der Besitzer für eine Notierung als Schlachttier, muss er künftig über sämtliche Medikamentengaben Buch führen; zahlreiche Arzneimittel dürfen überhaupt nicht verwendet werden, bei anderen muss vor der Schlachtung eine bestimmte Wartezeit eingehalten werden. Eine Eintragung als Nicht-Schlachtpferd befreit von dieser Regelung; im Gegensatz zu Schlachttierkennzeichnung kann sie jedoch nicht mehr rückgängig gemacht werden.



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