Fjordpferd

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Zwei Fjordpferde
    Herkunft: Norwegen
    Stockmaß: 134-145 cm
    Farben: Falben mit Aalstrich
    Eignung: Freizeit, Kutsch- und Packpferd
    auch: Norweger

    Exterieur

    Das Fjordpferd ist ein sehr kräftiges und relativ schweres Pony, das erst seit wenigen Jahren zu einem leichteren Reitpferdetyp gezüchtet wird. Der Kopf ist mäßig groß mit breiter Stirn und fleischigen Ganaschen; die Nasenlinie ist meist gerade. Die kleinen Ohren sitzen weit auseinander. Der tief angesetzte Hals ist kurz und weist eine deutliche Trapezform auf. Die steilen Schultern ermöglichen wenig Raumgriff. Der Rücken ist lang (Langrechteckpferd); alte Pferde besitzen eine Neigung zum Senkrücken. Die runde Kruppe fällt schräg ab. Die Extremitäten sind muskulös und stabil. Die moderne Variante des Fjordpferds wirkt deutlich schlanker und leichter, aber immer noch kräftig. Der Hals ist etwas länger, der Kopf leichter. Häufig besitzen die Sportponys deutlich mehr Temperament als der alte Schlag.

    Fjordpferde besitzen rund 140 Zentimeter Stockmaß; einzelne Exemplare erreichen jedoch sogar Pferdemaß.

    Das Fjordpferd ist eine sehr ursprüngliche Ponyrasse, die einheitlich die Färbung der "Urpferde" aufweist. Am häufigsten kommen hellgelbe Falben vor, seltener sind Mausfalben. Der Kopf ist selten dunkler als das Fell; Fjordpferde besitzen ein Mehlmaul. Im Gegensatz zu den falbfarbenen Pferden anderer Rassen sind die Beine nicht schwarz, sondern lediglich ab dem Karpalgelenk an der Vorderseite der Röhrbeine sowie im Bereich der Fesseln dunkelgrau. Der Kronrand ist wiederum gelblich, die Hufe sind dunkelgrau. Abzeichen an Beinen oder Kopf kommen nicht vor. Manchmal treten Zebrastreifen an den Beinen auf. Das Langhaar ist sehr dicht und von rauer Struktur. Der Schweif zeigt am Ansatz die Färbung des Fells und geht in der Länge ins Schwarze über. Die Mähne ist hell wie die Fellfarbe und besitzt als Fortsetzung des Aalstrichs einen breiten schwarzen Streifen in der Mitte. Traditionell wird Fjordpferden eine Stehmähne geschnitten, wobei zum Teil die seitlichen Haare so gekürzt werden, dass die schwarzen Haare als "oberer Rand" der Mähne zu sehen sind.

    Herkunft und Haltung

    Das Fjordpferd, in Deutschland auch als Norweger oder seltener Westlandpferd bezeichnet, lebt vermutlich schon seit prähistorischer Zeit in einigen Gegenden Skandinaviens. Im Erscheinungsbild repräsentiert es deutlich den nördlichen Urponytyp und besitzt auch gewisse Ähnlichkeit mit den Höhlenmalereien beispielsweise in Lascaux. Vermutlich wirkten die Norweger auch bei der Entstehung des Islandpferds mit. Nach ihrer Domestizierung waren Fjordpferde unersetzliche Arbeitstiere in dem rauen Klima und unwegsamen Gelände Norwegens. Trotz ihrer nur mittleren Größe entwickeln sie erstaunliche Kräfte im Zug oder als Packtiere. Vermutlich gehen zahlreiche Kaltblutrassen Europas auf Norweger zurück. In Norwegen selbst werden Fjordpferde heute immer noch als Zugpferde, aber auch in speziellen Trabrennen verwendet. Außerhalb Skandinaviens fand die Rasse aufgrund ihrer Leichtfuttrigkeit und Robustheit viele Freunde unter den Freizeitreitern.

    Art und Wesen

    Der Norweger ist ein geduldiges, ausgesprochen umgängliches Pony. Seine Ruhe und das - vor allem beim alten Schlag - wenig ausgeprägte Temperament machen ihn zum idealen Kutsch- und Familienpferd. Allerdings besitzen Fjordpferde einen ausgesprochenen "Ponykopf", sodass eine konsequente Erziehung unumgänglich ist.



    Zwei Fjordpferde[Zwei Fjordpferde am Zaun]


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