Frederiksborger

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Herkunft: Dänemark
    Stockmaß: 155-165 cm
    Farben: hauptsächlich Füchse
    Eignung: Freizeit, Kutschpferd

    Exterieur

    Der Frederiksborger entwickelte sich von einem kräftigen Wagenpferd zu einem leichteren Reitpferd; heute treten beide Schläge noch auf, wobei der elegantere Typ häufiger zu finden ist. Der Kopf ist groß und ausdrucksstark, die Ohren sind von mittlerer Länge, die Ganaschen nicht zu kräftig. Frederiksborger besitzen eine gerade Nasenlinie oder ein leichtes Ramsprofil. Der Hals ist eher kurz und gut bemuskelt; er setzt hoch an der kräftigen, schrägen Schulter an. Der Widerrist ist gut ausgeprägt. Der lange, starke Rücken geht in eine eher kurze, schräge Kruppe mit hoch ansetzendem Schweif über. Die Brust ist breit und sehr tief, der Rumpf leicht tonnenförmig. Die kräftigen Beine besitzen große Gelenke, kurze Röhrbeine und eine gute Fesselung von mittlerer Länge.

    Frederiksborger messen um 160 Zentimeter.

    Die Rasse kommt beinahe ausschließlich in den Variationen der Fuchsfarbe vor; es sind Dunkelfüchse mit hellem Langhaar, Schweißfüchse, Rot- und Lichtfüchse zu finden. Weiße Abzeichen kommen vor. Das Langhaar ist dicht und manchmal gewellt. Bei dem schwereren Schlag tritt leichter Behang an den Fesseln auf.

    Herkunft und Haltung

    Der Frederiksborger ist eine ausgesprochen alte Rasse. Seine Zucht lässt sich bis in das Jahr 1562 zurückverfolgen, als König Frederik II. dem königlichen Gestüt in Frederiksborg die Zucht eines eleganten, aber robusten Reit- und Fahrpferds befahl. Die Basis dieser Zucht waren vor allem iberische Pferde, aber auch die italienischen Neapolitaner. Die Zucht erreichte im 18. Jahrhundert ihren Höhepunkt, als die vielseitig einsetzbaren Pferde in ganz Europa sowohl als Dressurpferde in der Reitbahn als auch als Armeepferde Verwendung fanden. Zeitweilig wurden englische Halbblüter eingekreuzt. Durch den starken Export in das europäische Ausland wurde die Zahl der Frederiksborger in Dänemark selbst stark reduziert, sodass Mitte des 19. Jahrhunderts eine systematische Zucht kaum noch möglich war. Durch die Einkreuzung von Oldenburgern, friesischen Pferden und Englischen und arabischen Vollblütern sollte die Rasse verbessert und konsolidiert werden. Der erhöhte Bedarf an leichteren Jagd- und Kriegspferden ließ die staatliche Zucht jedoch endgültig untergehen; lediglich private Züchter sicherten den Fortbestand der Rasse. Heute gibt es nur wenige reinrassige Pferde. Das Frederiksborger Blut fließt jedoch im Dänischen Warmblut und einer der sechs Stammväter der Lipizzanerzucht war ein weißer Frederiksborger-Hengst.

    Art und Wesen

    Frederiksborger sind sehr intelligente, lernwillige Tiere mit einem lebhaften, aber leicht zu regelndem Temperament. Sie eignen sich aufgrund ihrer raschen Auffassungsgabe und ihres Gehorsams hervorragend für eine Ausbildung in den klassischen Dressurlektionen.


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