Gerste

    Aus Pferde-Lexikon

    Den Stellenwert, den in Deutschland aufgrund der Anbaumöglichkeiten traditionell Hafer besitzt, nimmt im Orient die Gerste ein. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie als Sommer-, Winter- oder Brauereigerste verkauft wird; die Unterschiede zeigen sich lediglich im Preis, nicht aber im Wert der Gerste als Pferdefutter.

    Wie der Hafer besitzt auch die Gerste ein ausgesprochen günstiges Energie-/ Eiweißverhältnis; ihre Energie wird jedoch langsamer verstoffwechselt und führt daher nicht zu nervöser Überreiztheit bei empfindlichen Pferden. Zudem besitzt sie einen höheren Energiegehalt als Hafer. Soll sie diesen ersetzen, muss die Futtermenge um ca. zehn Prozent reduziert werden.

    Traditionell wird Gerste gequetscht oder überbrüht gefüttert. Die ganzen Gerstenkörner können bspw. von alten Pferden nur noch schlecht verwertet werden; bei gesunden, jüngeren Tieren wirken sie jedoch wie ein "Zahnpflegekaugummi" und verhindern teilweise sogar die Bildung von Zahngraten und -haken. Wird das Getreide gequetscht, muss - wie bei Hafer - die Futtermenge um zehn bis 15 Prozent verringert werden, da die Verdaubarkeit steigt.

    Wie alle Getreidesorten stellt Gerste dem Pferdekörper essentielle Fettsäuren zur Verfügung.


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