Giftpflanzen und Giftstoffe

    Aus Pferde-Lexikon

    Die häufigsten Giftpflanzen

    • Buchsbaum: als Zierhecke vor allem in Parks und Gärten gepflanzt. Buchsbaum ist für Pferde hochgiftig; sein Verzehr führt zu Koliken, Gleichgewichtsstörungen und Lähmungserscheinungen.
    • Eibe (Taxis): als Zierpflanze in Gärten und Parks sowie wild in Mittelgebirgslagen zu finden. Die hochgiftige Eibe ist bereits in geringen Dosen tödlich, da sie nach allgemeinen Gleichgewichts- und Kreislaufstörungen eine Herzlähmung hervorruft.
    • Eicheln: die Tannin enthaltenden Früchte können von Pferden auf bewaldeten Weiden oft in großen Mengen aufgenommen werden und rufen Koliken, starken Harndrang und Verstopfungen hervor.
    • Fingerhut, Maiglöckchen, Azalee, Rhododendron: Zierpflanzen, z.T. wild oder ausgewildert vor allem an Waldrändern zu finden. Die Symptome beginnen mit Schwitzen, Herzrhythmusstörungen, Durchfall und Koliken; im weiteren Verlauf stirbt das Tier durch eine Herzmuskellähmung.
    • Goldregen: als Zierstrauch in Gärten und Parks angepflanzt. Der enthaltene Giftstoff kann Koliken, Krampfanfälle und Schweißausbrüche sowie in schweren Fällen den Tod durch Atemlähmung hervorrufen.
    • Hahnenfuß (Butterblume): auf feuchten Böden beheimatet; Überweidung von Pferdekoppeln führt zur massiven Ausbreitung des gelb blühenden Hahnenfußes. Nach Aufnahme großer Mengen können Koliken, Durchfall und kontaktallergische Reaktionen (Blasenbildung) am Maul auftreten. In getrocknetem Zustand (Heu) ungiftig.
    • Herbstzeitlose: im Herbst auf Weiden vor allem in Waldnähe zu finden. Die hochgiftigen Samenkapseln der Blume lösen Koliken und Krämpfe aus. Die Muskelkrämpfe führen zu einem blutigen Urin; in der Hälfte aller Vergiftungsfälle stirbt das Pferd nach wenigen Tagen, da sich die Lähmungserscheinungen auf den Atmungsapparat ausweiten.
    • Kreuzkraut (Jakobskraut): in ganz Europa an Wegrändern zu finden und auch in getrocknetem Zustand giftig. Die Alkaloide der Pflanze greifen den Pferdekörper auf vielfältige Weise an; die Folgen sind Balancestörungen, Appetitlosigkeit, ein glanzloses, struppiges Fell, Apathie oder Bewusstseinstrübungen, Verstopfung und die Schädigung der Leber. Kreuzkraut ist auch in getrocknetem Zustand giftig und führt häufig zum Tod des Pferds.
    • Nachtschattengewächse: zu finden in ganz Europa an Waldrändern. Koliken, Darmentzündungen, Schwitzen und Zittern, Schwächesymptome, Lähmungserscheinungen sind die ersten Anzeichen der Vergiftung, die meist innerhalb eines Tages zum Tod führt.
    • Schachtelhalm: wächst bevorzugt auf trockenen und sandigen Böden; der Sumpfschachtelhalm ist auf feuchten (z.T. Moorböden) zu finden. Die Vergiftungserscheinungen umfassen Gleichgewichtsstörungen, Muskelzittern, Appetitlosigkeit und sogar Lähmungserscheinungen, die auf seine schädigende Wirkung auf das Gehirn zurückzuführen sind. Teilweise bleibt das Pferd nach dem Fressen von Schachtelhalm noch einige Wochen symptomfrei.
    • Thuja (Lebensbaum): als Hecke in Gärten und Parks. Das Fressen von Thuja ruft akute Koliken und Darmentzündungen sowie Krampfanfälle hervor; die Schleimhäute werden gereizt. Eine Langzeitfolge sind chronische Leberschäden.
    • Tollkirsche: wildwachsend auf Waldlichtungen. Krampfanfälle sind die ersten Anzeichen der Vergiftung; die folgenden Lähmungserscheinungen führen über einen Herzstillstand zum Tod des Pferds.
    • Zwiebeln: meist durch Fütterung des Pferds mit Küchenabfällen, auch wildwachsend. Zwiebeln haben beim Pferd Gelbsucht durch Leberschädigung sowie deutliche Harnverfärbungen durch Angriff auf die Niere zur Folge.

    Die häufigsten Giftstoffe für Pferde

    • Blei: gelangt bspw. über Altöl, ausgegossene Farben oder Industrieabgase in den Boden oder das Wasser, wo es sich anlagert und vom Pferd aufgenommen wird; einige ältere Schutzanstriche sind ebenfalls bleihaltig. Bleivergiftungen äußern sich durch akute Krämpfe, Zittern, Koliken, Gleichgewichtsstörungen oder epileptische Anfälle und Blindheit. Langfristig kann es zu einer Kehlkopflähmung mit resultierenden Atmungsproblemen sowie einer extremen Kolikanfälligkeit kommen.
    • Clostridien-Toxine: vor allem durch schimmelnde Silage und Hühnerkot. Die Folge ist eine Botulismus-Erkrankung mit Schluckbeschwerden und Lähmungserscheinungen.
    • Rattengift: Cumarin ist ein leberschädigendes Gift, das die Regenerationsfähigkeit des Lebergewebes herabsetzt. Rattengift bewirkt außerdem eine Gerinnungsstörung, sodass vergiftete Tiere ausbluten können.

    Die meisten Gifte führen außerdem bei tragenden Stuten zu einer Schädigung des Fohlens oder sofortigem Abort.



    Artikel teilen