Glossar

    Aus Pferde-Lexikon


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    A

    Aalstrich

    in der Verlängerung des Mähnenverlaufs bis zum Schweif verlaufender dunkelbrauner oder schwarzer Fellstreifen; vor allem bei Falben (siehe Fellfarben) wie dem Sorraia.

    Äpfelung

    (siehe auch Fellfarben) hellere runde Flecken auf farbigem Fell, vor allem an Bauch, Flanke und Oberschenkel.

    B

    Blesse

    weißes Abzeichen auf dem Nasenrücken.

    Bockhufe

    extrem steile, fehlerhafte Hufstellung.

    Brauner

    braunes Pferd, anders als der Dunkelfalbe> mit Rotstich, mit schwarzem Langhaar.

    bügeln

    bei Gangpferden: Termino Vor allem iberische Pferde Pura Raza Español,Lusitano, aber auch die südamerikanischen Tölter der Rassen [[Paso Peruano und Paso Fino] und Mangalarga Marchadores zeigen im Trab, Tölt und Galopp neben der Vorwärtsbewegung der Vorderbeine ein "Schlenkern" im unteren Teil des Vorderbeins. Das in der Luft befindliche Vorderbein wird ab dem Karpalgelenk nach außen gedreht und nach vorn geführt, wo es wieder gerade aufgesetzt wird. Das Bügeln ist eine rassetypische Eigenheit, die die Bewegungen des Pferds für den Reiter weicher machen soll, da das Ausschreiten "fließender" ausgeführt wird.

    C

    Canter

    Englische Bezeichnung für einen lockeren, langsamen Handgalopp (also kein Kontergalopp, häufig im Viertakt.

    Cob

    Pferdetyp: mittelgroß, kompakt, gut bemuskelt; erweckt einen sehr "runden" Eindruck.

    D

    Dämpfigkeit

    auch: Dampf, Hartschlägigkeit, Bauchschlägigkeit; chronische, unheilbare, sehr schmerzhafte Atembeschwerden des Pferds, vergleichbar etwa dem menschlichen Asthma oder Lungenemphysem. Die Atembeschwerden sind nicht erblich bedingt. Sie entstehen meist durch eine nicht ausgeheilte oder zu spät erkannte Lungenentzündung oder eine Krankheit am Herzen. Das Reiten eines dämpfigen Pferds gilt als Tierquälerei.

    Dunkelfalbe

    (Fellfarben) wie beim Falben, jedoch mit dunkelbraunem Fell ohne Rotstich.

    E

    Elchnase

    in der unteren Hälfte erst leicht vorgewölbte, dann konvex gebogene Nasenlinie.

    Exterieur

    das Äußere, äußeres Erscheinungsbild, Außenseite.

    F

    Falbe

    (Fellfarbe) gelbes oder graues Pferd mit schwarzem Langhaar.

    Fuchs

    (Fellfarbe) rotbraunes Pferd mit gleichfarbiger oder hellerer Mähne.

    G

    Ganaschen

    die "Backen" des Pferds.

    Goldfalbe

    (Fellfarbe) goldgelbes Fell mit schwarzem Langhaar und meist schwarzen Beinen.

    Graufalbe

    (Fellfarbe) mausgraues Pferd mit schwarzem Langhaar und schwarzen Beinen.

    Grundgangarten

    Abk.: GGA; Unter den Grundgangarten werden die drei Gangarten deutscher Reitpferde zusammengefasst: der viertaktige Schritt, der diagonal-zweitaktige Trab und der dreitaktige Galopp. Die Wahl der Bezeichnung wird oft damit begründet, dass dies die Gangartenverteilung eines überwiegenden Großteils der Pferds darstelle. Weltweit stimmt dies nicht, da zahlreiche Rassen die bei uns als "Sondergangarten" kategorisierten Töltvarianten (Tölt, Marcha, Paso, Walk, Rack usw.) oder Pass zeigen.Auch bei den deutschen Rassen ist die Festlegung auf Schritt, Trab und Galopp jüngeren Datums. Noch zu Zeiten der großen Reitmeister des 18. Jahrhunderts fand sich der im Mittelalter als "Zelter" bezeichnende Tölter. Wie fragil die Gangfixierung ist, zeigt zum einen die Passtendenz vieler heutiger Warmblüter, zum anderen die töltenden "Ausnahmepferde" der unterschiedlichsten Rassen, vom Araberüber den Friesenbis hin zu Lusitanos. Bei entsprechendem Training könnte daher sogar bei deutschen Warmblütern vom Auffinden des einen oder anderen Tölters ausgegangen werden - eine Vermutung, die alle Zuchtverbände jedoch strikt von sich weisen.

    H

    Hechtkopf

    konkav gebogene Nasenlinie wie beim Arabisches Vollblut.

    I

    Isabelle

    gelbbraunes oder graugelbes Pferd (vorgeblich nach der Hemdfarbe der spanischen Erzherzogin Isabella benannt)

    K

    Kontergalopp

    Der Kontergalopp stellt eine fortgeschrittene Dressurlektion dar; er bezeichnet das erwünschte Galoppieren in der Reitbahn "auf der falschen Hand", also auf der linken Hand im Rechts-, auf der rechten Hand im Linksgalopp. Während untrainierte Pferde teilweise aufgrund von Verspannungen den Galopp nicht wechseln, ist ein korrekter, versammelter Kontergalopp nur mit einem sehr gut ausbalancierten und gerade gerichteten Pferd möglich.

    Kronrand

    bereits mit Fell bewachsener Übergang vom Huf zum Bein.

    L

    Langrechteckpferd, Quadratpferd

    beschreibt das Verhältnis von Stockmaß und Länge des Pferds, gemessen vom Buggelenk bis zum Sitzbeinhöcker.

    leichtfuttrig

    ein auch bei wenig Futter leicht zunehmendes Pferd oder Pony.

    M

    Mehlmaul

    hellgraues oder cremeweißes Maul bei sonst dunkler Fellfarbe.

    Mohrenkopfschimmel

    (Fellfarbe) stahlgraues Pferd mit schwarzem Kopf, Langhaar und Beinen; weiße Haare im Fell unterscheiden diese Färbung vom Graufalben.

    P

    P.R.E

    Abkürzung für Pura Raza Espanol; korrekte Rassebezeichnung für den Andalusier.

    P

    Palomino

    (Fellfarbe) wie Isabelle, jedoch ausschließlich goldfarbenes Fell.

    Partbread

    nicht reinrassig, gekreuzt.

    R

    R

    Rappe

    schwarzes Pferd.

    S

    Schimmel

    weißes Pferd, das zunächst dunkel geboren wird; Schimmelung dauert 10 Jahre.

    Schweißfuchs

    (Fellfarbe) dunkelrotbraunes Pferd mit gleichfarbiger oder hellerer Mähne.

    Schwerpunkt (des Pferdes)

    Der Schwerpunkt des unbelasteten Pferds (ohne Reiter) befindet sich schräg oberhalb und ungefähr zwei Handbreit hinter dem Ellbogen. Dies bedeutet, dass die Vorderbeine etwas mehr Last tragen als die Hinterbeine. Idealerweise liegt der Schwerpunkt des Reiters (etwas vor der Falllinie durch Schulter, Hüfte und Ferse) immer über dem des Pferds bzw. wird über letzterem nach hinten oder vorne verlagert, um das Pferd ebenfalls zu einer Veränderung seines Schwerpunkts zu motivieren.

    In versammelten Gangarten wird der Schwerpunkt etwas nach hinten verlegt; durch das vermehrte Untertreten der Hinterbeine nehmen diese mehr Gewicht auf, sodass das Tragverhältnis zu den Vorderbeinen ungefähr 1:1 beträgt oder sogar zugunsten der Hinterbeine ausfällt.

    Bei schnellen, gestreckten Gangarten (v.a. <Renngalopp) nehmen die Vorderbeine weit mehr Gewicht auf als die vom Schwerpunkt wegbewegten Hinterbeine; das Pferd "läuft auf der Vorderhand". Diese Gleichgewichtsverschiebung auf die Vorderhand sollte nur ausnahmsweise toleriert werden, da sie zu massiven Überlastungserscheinungen der vorderen Beingelenke führen kann (Arthrose, Sehnenreizungen, Hufrollenentzündung.

    Schwerpunkt (des Sattels)

    tiefster Punkt der Sitzfläche des Sattels, in den der Reiter automatisch zu sitzen kommt. Der Schwerpunkt sollte sich in der Mitte des Sitzes befinden.

    Stockmaß

    mithilfe eines Meterstabes gemessene Größe des Pferds vom Boden bis zum Widerrist.

    T

    siehe bügeln.

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    trocken

    nur für Kopf, Extremitäten; deutlich sichtbare Knochen, Sehnen und Blutgefäße, keine Fett- oder Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut.

    U

    überbaut

    Als "überbaut" wird ein Pferd bezeichnet, dessen höchster Punkt der Kruppe höher liegt als die Mitte des Widerrists. Grundsätzlich beeinträchtig dieses als Mangel einzustufende Exterieurmerkmal die Reiteignung eines Pferds, da überbaute Pferde nur schwer versammelt werden können und selten erhabene Gangarten entwickeln, da der Schwerpunkt durch die tiefe Vorderhand nach vorne verlagert wird. Dies kann dazu führen, dass die Vorderbeine frühzeitig verschleißen.

    Bei entsprechender Ausbildung - und dem Verzicht auf Ambitionen im englischen Turniersport - stellt der Exterieurmangel (in geringer Ausprägung) jedoch keine große Behinderung für ein Freizeitpferd dar. Bei einigen Rassen ist ein leicht überbauter Stand sogar rassetypisch bzw. wird bewusst toleriert, wie bei den Quarter Horses, bei denen flache Gangarten bei tiefer Kopfhaltung erwünscht sind. Ponys, vor allem unplanmäßige Mischungen, neigen ebenfalls oft zu einer überbauten Kruppe.

    Typisch ist die hohe Hinterhand zudem in bestimmten Wachstumsphasen, da sich Vorderhand und Hinterhand oft ungleichmäßig entwickeln, sodass es zeitweilig zu Verschiebungen der korrekten Verhältnisse (und damit oft zu vorübergehenden Verspannungen) kommt. Ein mit drei, oft auch mit vier Jahren überbautes Pferd wächst sich häufig noch "aus" und steht mit fünf bis sechs Jahren korrekt.


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