Hafer

    Aus Pferde-Lexikon

    Hafer besitzt einen hohen Energiewert bei relativ geringem Eiweißgehalt. Diese Energie ist vom Pferd besonders leicht - d.h. bereits im vorderen Bereich des Darms - aufzuschließen und steht daher rasch zur Verfügung. Das Getreide wird im ganzen Korn, v.a. in großen Ställen, die eine eigene Haferquetsche besitzen, auch gequetscht gefüttert, was die Verwertbarkeit um etwa zehn Prozent erhöht.

    Besonders im Hochleistungs-, namentlich im Rennsport wird Hafer als schneller, unkomplizierter Energielieferant, der zudem in Deutschland gut anbaubar ist, gern gefüttert. Bei Freizeitpferden ist Haferfütterung dagegen umstritten. Bei zu großen Mengen reagieren besonders Ponys, aber auch arabische Vollblüter mit erhöhter Nervosität und Reizbarkeit - diese Pferde "sticht der Hafer". Schuld an diesen Reaktionen ist aber nicht, wie lange angenommen, der hohe Energiegehalt des Getreides. Vielmehr ist die Überreiztheit die Folge unsauberer Verstoffwechselung und damit das Produkt einer geringgradigen Vergiftung, die sich in Temperamentsproblemen, aber auch Verspannungen niederschlägt. Zuweilen ist es sinnvoll, die Fütterung dieser Pferde auf Gerste, deren Energie nur langsam erschlossen wird, umzustellen.

    Der Vorteil des Hafers liegt neben seinem günstigen Energie-/ Eiweißverhältnis im hohen Gehalt an wertvollen Fettsäuren, die bspw. durch die Fütterung von Speiseölen nicht ersetzt werden können.

    Die Qualität von Hafer lässt sich anhand des Litergewichts feststellen. Als Richtwert gilt, dass ein Liter Hafer mindestens 550 g wiegen muss. Der Hafer muss staubarm, die Körner müssen ganz geschlossen sein; die Farbe - ob "normaler" oder Schwarzhafer - ist weitgehend eine Frage der persönlichen Überzeugung des Pferdehalters. Eine trockene und kühle Lagerung ist unbedingt notwendig. Werden Verunreinigungen, bspw. durch Mäusekot, oder Schimmelspuren sichtbar, darf aus dem befallenen Sack nicht weiter gefüttert werden.


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