Herpes

    Aus Pferde-Lexikon

    Symptome

    Die Viren, die beim Menschen teilweise als lästige Pickel im Mundwinkel ausbrechen, können Pferde sogar umbringen. Wie beim Menschen auch existieren verschiedene Herpeserkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen.

    Bei einer Rhinopneumonitis setzt sich der Virus auf den Schleimhäuten von Luftröhre und Bronchien fest; die Folgen sind - ähnlich der Influenza - starker Nasenausfluss, Fieber, allgemeine Energielosigkeit und Fressunlust. Der Husten befördert Schleim, die Lymphknoten können anschwellen. Im Gegensatz zur Influenza breitet sich Herpes meist nicht epidemieartig im Pferdebestand aus. Ähnlich der Pferdegrippe kann die Erkrankung jedoch zu chronischem Husten und Dämpfigkeit führen.

    Schwellungen und Rötungen im Bereich der Bindehäute, verbunden mit tränenartigem Ausfluss und einer Sprenkelung der Hornhaut deuten ebenfalls auf einen Herpesbefall hin. Bei Nichtbehandlung kann Herpes zum Erblinden führen.

    Der Virus kann bei tragenden Stuten einen Virus-Abort auslösen. Oft ist die Ursache des plötzlichen Verfohlens unklar, da die Stuten praktisch symptomfrei bleiben.

    Die genannten Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten.

    Ursachen

    Der Herpes-Erreger ist ein weltweit verbreiteter Virus. Wissenschaftler entdeckten bislang fünf verschiedene Varianten, die jeweils unterschiedliche Symptome hervorrufen, aber auch in beliebigen Kombinationen auftreten. Letztendlich trägt beinahe jedes Pferd eine geringe Anzahl der Erreger in sich. Der Ausbruch der Erkrankungen findet meist zwischen dem dritten Lebensmonat und fünften Lebensjahr statt; auch nach der Gesundung bleibt das Tier jedoch Virusträger und damit eine potenzielle Gefahr für andere Pferde. Wie bei allen Viruserkrankungen sind lediglich Organismen mit einer konstitutionellen Schwächung durch Stress, Nährstoffmangel, Überlastung, Trächtigkeit oder Erkrankung gefährdet. Der Virus wird über eine Tröpfcheninfektion verbreitet.

    Behandlung

    Zunächst muss das erkrankte Pferd unbedingt geschont werden. Bei einer Rhinopneumonitis sollte ähnlich wie bei Influenza auf viel Frischluft, eine staubarme Umgebung, die Vermeidung von Zugluft und den Schutz vor Nässe in Verbindung mit Kälte geachtet werden. Inhalationen können helfen. Bei stärkerem Fieber wird der Tierarzt außerdem Antibiotika, unter Umständen auch schleimlösende Medikamente verabreichen. Die Erkrankungen der Hornhaut können durch bestimmte Augensalben geheilt werden.

    Gegen den Herpesvirus existiert eine Impfung. Meist wird sie aufgrund der Kosten und der nötigen halbjährlichen Auffrischung lediglich Turnier- und Zuchtpferden verabreicht. Diese tötet jedoch nicht den Virus im Pferdekörper ab, sondern verhindert lediglich das Ausbrechen der Erkrankung.


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