Heu

    Aus Pferde-Lexikon

    Heu ist ein ideales Pferdefutter - für die meisten Pferde deutlich verträglicher selbst als Weidegras - und sollte stets die Basis der Fütterung darstellen.

    Gutes Heu ist reich an Stängeln (erster Schnitt); der blattreiche zweite Schnitt, auch Grumt oder Grummet genannt, ist für Pferde nicht geeignet. Im Idealfall kann das Heu drei bis vier Tage auf der Wiese liegen, bevor es eingefahren wird, und ist damit vollständig durchgetrocknet. Es besitzt eine grüne Färbung, ist staubarm und riecht nach grünem Tee.

    Während der Zeit des Trocknens "verregnetes" Heu erkennt man oft an der gelblichen Farbe. Starke Staubbildung ist auf schlechte Lagerung, aber auch auf das Einfahren von sehr sandigen Böden zurückzuführen. Solches Heu kann an gesunde Pferde verfüttert werden, muss aber unmittelbar vor dem Füttern getaucht werden; lediglich Besprengen mithilfe eines Wasserschlauchs genügt nicht. Heu, das bräunliche oder weißliche Verfärbungen oder einen muffigen Geruch aufweist, ist zur Pferdefütterung nicht mehr geeignet!

    Die Qualität des Heus hängt aber auch mit seiner Lagerung zusammen, für die grundsätzlich gilt: trocken und luftig. Da sich Heuballen, v.a. aber locker gelagertes Heu, während der ersten Tage nach dem Einfahren stark erhitzen können - umso stärker, je mehr Feuchtigkeit noch in den Halmen ist -, sollten Ballen grundsätzlich "auf Lücke" geschichtet werden und loses Heu regelmäßig überprüft und gegebenenfalls gewendet werden, um der Gefahr einer Selbstentzündung zu begegnen.

    Aufgrund dieser "Reifeprozesse" im Heu gilt auch die Regel: Heu kann in den ersten drei Tagen nach dem Einfahren und wieder nach sechs Wochen gefüttert werden; in der Zwischenzeit stellt es eine zu große Belastung für den Pferdemagen dar.

    Heu besitzt gegenüber Getreide eine deutlich längere Fresszeit und muss gut eingespeichelt werden, sodass es der ursprünglichen Ernährung des Pferds, die den Großteil des Tages in Anspruch nahm, entgegenkommt. Besonders, aber nicht nur bei Boxenpferden dient die Heufütterung damit auch der Beschäftigung der Tiere und verhindert die Entstehung von Langeweile und damit von Verhaltensstörungen.

    Darüber hinaus wirkt sich die Fütterung qualitativ hochwertigen Heus aber auch ausgesprochen positiv auf die Gesundheit der Tiere aus. Die harten Stängel reinigen und schleifen beim Kauen die Zähne; die langsame, gleichmäßige Futteraufnahme beugt Magengeschwüren vor; Heu liefert die zur Kolikprophylaxe unverzichtbare Rohfaser sowie zahlreiche für den Zellstoffwechsel bedeutsame Mineralstoffe und stärkt zudem den Pferdeorganismus gegen Wurmbefall. Aus den genannten Gründen sollte Heu gegenüber anderen Futtermitteln immer der Vorzug gegeben werden. Daher empfiehlt es sich, vor dem Austrieb auf die Weide sowie vor der Kraftfuttergabe Heu zu reichen, damit die Pferde bereits satt sind und nicht durch zu hastiges Fressen Koliken oder Schlundverstopfungen entstehen.

    Als Richtwert für die Heufütterung gilt: 0,8 kg Heu pro 100 kg Lebendgewicht des Pferds.


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