Mauke

    Aus Pferde-Lexikon

    Symptome

    Verschiedene Faktoren können zu einer Mauke führen, der Krankheitsverlauf ist jedoch stets derselbe. Zu Beginn treten Hautirritationen, Rötungen und Berührungsempfindlichkeit an der empfindlichen, nur dünn behaarten Haut der Fesselbeuge auf. Werden sie vom Pferdehalter nicht wahrgenommen, bilden sich rasch nässende Stellen; die Wundflüssigkeit verkrustet. In der Bewegung reißen diese Krusten jedoch immer wieder ab und verletzen das Gewebe erneut, sodass Blut und Eiter austreten können. Die Mauke breitet sich zunehmend aus und bedeckt nach einigen Tagen das Bein u.U. bis weit über das Fesselgelenk. Durch die offenen Stellen dringen weiter Schmutz und Erreger ein, die eine Phlegmone hervorrufen können.

    Eine Variante der Krankheit ist die Trockene Mauke; sie breitet sich in Form von schuppigen Hautstellen aus. Die Mauke selbst ruft meist keine Lahmheit hervor; die sich bildenden Krusten können jedoch in der Bewegung unter Zug geraten und schmerzen. Mit dem Einsetzen der Phlegmone tritt meist ein deutliches Lahmen auf.

    Ursache

    Mauken könne aus Kontaktallergien als Reaktion auf Huffett, Kühlgelee o.Ä. entstehen. Wesentlich häufiger kann das Auftreten dieser Erkrankung jedoch mit Bakterienbefall als Folge von Haltungsfehlern in Verbindung gebracht werden. Anhaltende Feuchtigkeit, z.B. auf schlecht drainierten, matschigen Paddocks, und das Stehen im ammoniakhaltigen Stroh unzureichend gemisteter Boxen reizen die Haut der Fesselbeuge. Begünstigend wirken auch falsche Fütterung (v.a. zu hohe Kraftfuttergaben) und Parasitenbefall, die Stoffwechselstörungen hervorrufen können. Selten sind Wunden, wie sie bspw. durch das Verhängen in einem Koppelband entstehen, Auslöser einer Maukeerkrankung.

    Wie bei vielen Hautkrankheiten erweisen sich weiße Beine mit rosafarbener Haut als deutlich anfälliger als graue oder schwarzbraune Haut. Kaltblüter gelten aufgrund ihres langen, dichten Fesselbehangs, in dem sich Feuchtigkeit lange halten kann, als Risikopatienten. Auch ältere Tiere, deren Kreislauf bereits geschwächt ist, sind häufig Maukepatienten; darüber hinaus besteht eine individuelle Veranlagung für diese Erkrankung.

    Behandlung

    Je früher die Maukesymptome festgestellt werden, desto einfacher ist die Heilung. In der Frühphase der Hautirritationen reicht oft eine hautberuhigende Einreibung mit einer Arnikasalbe oder Betaisadona. Hat die Haut bereits aufzubrechen begonnen, sollten spezielle Maukepräparate aufgetragen werden, die meist einen hohen Zinkgehalt haben und die Wunde vor weiterer Feuchtigkeit schützen. Um dies zu gewährleisten, muss die Fesselbeuge vor Auftrag der Salbe absolut trocken und sauber sein. Eine dauerhafte Abdeckung der gereizten Stelle ist jedoch nicht zu empfehlen, da geringe Sauerstoffzufuhr die Wundheilung deutlich verlangsamt. Dasselbe gilt für trockene Verbände.

    Aufgussverbände sollten nur kurzzeitig zur Erstdesinfektion eingesetzt werden, da die Feuchtigkeit die Mauke weiter anheizt. Sie können dennoch angezeigt sein, um die bereits gebildeten Krusten aufzuweichen und sie so schmerzfrei ablösbar zu machen. Dies ist nötig, da unter ihnen ein ideales Milieu für die Mauke verursachenden Bakterien herrscht.

    Unbedingt notwendig ist eine Umstellung der Haltung, damit die Mauke abheilen kann und nach Gesundung nicht sofort wieder ausbricht; eine einmal erkrankte Stelle bleibt nämlich meist empfindlicher.


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