Missouri Foxtrotter

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Herkunft: USA
    Stockmaß: 142-162 cm
    Farben: alle
    Eignung: Freizeitpferd

    Exterieur

    Der Missouri Foxtrotter ist ein ausgesprochen harmonisch gebautes, kompaktes Pferd mit einer einzigartigen Gangverteilung. Der Kopf ist eher lang, mit großen Augen und Nüstern, beweglichen, fein geschnittenen Ohren und einer geraden Nasenlinie. Der lange Hals besitzt ein feines Genick und eine elegante Wölbung der Oberlinie. Er setzt hoch an den langen, flachen Schultern an. Die Brust ist sehr tief. Der ausgeprägte Widerrist geht in einen kurzen, kräftigen Rücken mit langer, schräger Kruppe und tief ansetzendem Schweif über. Die Beine sind trocken und stabil, mit starken Gelenken, mittellanger, schräger Fesselung und harten Hufen.

    Missouri Foxtrotter messen zwischen 142 und 162 Zentimetern.

    In der Zucht sind alle Farben zulässig; besonders häufig sind jedoch braune Pferde und Schimmel; Rappen, Füchse und Schecken kommen seltener vor. Große weiße Abzeichen an Kopf und Extremitäten sind sehr beliebt.

    Herkunft und Haltung

    Die Rasse entstand bereits im frühen 19. Jahrhundert, als Farmer südlich des Mississippi zu siedeln begannen und die unterschiedlichen Rassen, die sie mit sich führten, kreuzten. Der Missouri Foxtrotter führt deutlich Morgan Horse-Blut, aber auch Englische Vollblüter und spanische Pferde. Das Erscheinungsbild der Rasse variiert noch heute stark, da weniger ein einheitliches Exterieur Maßstab der Zucht war als vielmehr die Gangveranlagung. Das Morgan Horse vererbte die Neigung zum Walk, der sich jedoch zum so genannten "Flatfoot Walk" entwickelte, einer über das Schritttempo hinausgehenden Gangart mit der Fußfolge des Schritts. Der "Foxtrott" ist eine Gangart, die nur bei dieser Rasse zu finden ist: Die Besonderheit ist das nicht punktuelle, sondern gleitende Aufsetzen der Hinterbeine, das die Viertaktgangart außergewöhnlich bequem für den Reiter macht. Der Foxtrott ähnelt auf den ersten Blick dem Tölt, bricht aber im Gegensatz zu diesem nicht den Pass, sondern den Trab. Außerdem zeigen einige Foxtrotter den Running Walk, eine bodennahe, sehr schnelle Töltvariante, sowie den Single Foot, der die normale Tölt-Fußfolge besitzt. Dies entsprach den Anforderungen vor allem berittener Ärzte, Polizisten und Landbesitzer, die ermüdungsfrei auf ausdauernden Pferden weite Strecken zurücklegen wollten. Auf der anderen Seite benötigten sie trittsichere Tiere für schwierigeres Gelände; hierbei erwiesen sich Töltvarianten durch das einzelne Aufsetzen der Beine (im Gegensatz zum diagonalen Fußen im Trab) als ideal. Für die Farmarbeit mit den Rindern wurden allerdings Quarter Horses oder Rassemischungen eingesetzt. Zur Veredelung des Missouri Foxtrotters wurden immer wieder American Saddlebred und Tenessee Walker eingekreuzt. Seit 1948 besteht ein Zuchtbuch für die Gangpferderasse.

    Art und Wesen

    Missouri Foxtrotter werden heute vor allem als zuverlässige, aber temperamentvolle Freizeitpferde geschätzt. Bei dieser Verwendung überzeugen sie nicht nur durch ihre Gangveranlagung, sondern auch durch ihr sensibles und aufmerksames Wesen.


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