Nordschwede

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Herkunft: Schweden
    Stockmaß: 150-156 cm
    Farben: alle klaren Farben
    Eignung: Freizeit, Kutsch- und Zugpferd

    Exterieur

    Der Nordschwede ist eine sehr kleine Arbeitspferderasse, die im Gebäude und vor allem hinsichtlich des Kopfes eher wie ein Pony als wie ein Kaltblut wirkt. Der Keilkopf ist kurz und trocken, mit einem kleinen Maul, kurzen Ohren und sehr kräftigen Ganaschen sowie einem dichten, langen Schopf. Der Hals des Nordschweden ist eher kurz; er setzt in mittlerer Höhe an den flachen, langen Schultern an. Sein mäßig ausgeprägter Widerrist geht in einen langen, tiefen Rücken mit langer, schräg abfallender Kruppe über. Der Rumpf ist an den Flanken deutlich aufgezogen; die Brust ist breit und tief. Die kurzen Beine besitzen große, stabile Gelenke und eine kurze, eher steile Fesselung.

    Die Rasse erreicht ein Stockmaß von lediglich 150 bis 156 Zentimetern.

    Es können alle klaren Farben vorkommen; Braune und Dunkelbraune sind am häufigsten zu sehen. Verstärkt wird der Eindruck eines Ponys durch die typische Wildfärbung brauner und dunkelbrauner Nordschweden, die meist ein Mehlmaul sowie eine helleres Fell am Unterbauch und an den Hinterschenkeln aufweisen. Mähne und Schweif wachsen sehr lang und dicht und sind häufig von gewellter Struktur.

    Herkunft und Haltung

    Nordschweden wurden - und werden - schon seit langem im Forstbetrieb als kleine, wendige und doch starke Rückepferde eingesetzt. Die Rasse bildete sich aus dem ursprünglich in Schweden heimischen schweren Urponytyp und wurde später vor allem durch das norwegische Døle-Pferd beeinflusst. Durch entsprechende Selektion wurde das Trabvermögen des Nordschweden verbessert und ein leichterer Schlag gezüchtet, der dank seines akzentuierten, ausdauernden Trabes vor der Kutsche eingesetzt werden konnte.

    Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder vermehrt Nachfrage nach schweren Arbeitspferden bestand, wurden britische Clydesdales eingekreuzt, die dem nordschwedischen Pferd mehr Fundament und ein etwas höheres Stockmaß vererbten.

    Um den ursprünglichen Typ zu bewahren, wurde seit den 1920er Jahren strenge Reinzucht lediglich mit den typvollsten Pferden betrieben, die darüber hinaus teilweise eine Leistungsprüfung absolvieren müssen. In dieser wird nicht nur die Zugkraft, sondern auch die Willigkeit und Umgänglichkeit des Nordschweden getestet.

    Art und Wesen

    Da die Rasse relativ ursprünglich ist und immer noch als Arbeitspferd im Wald Verwendung findet, wurde stark auf einen gehorsamen und unkomplizierten Charakter selektiert. Außerdem sind Nordschweden nervenstark und zuverlässig; dies ist bei der zuweilen gefährlichen Forstarbeit ebenfalls unabdingbar. Aufgrund ihres guten Trabes und ihrer geringen Größe eignen sich die freundlichen Kaltblüter hervorragend als Kutsch- wie als Familienpferde.


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