Przewalski-Pferd

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Przewalski-Pferd
    Herkunft: Mongolei, China
    Stockmaß: 124-143 cm
    Farben: Falben
    Eignung: --

    Exterieur

    Das Przewalski-Pferd ist die älteste noch existente Pferderasse, die im äußeren Erscheinungsbild den Pferden, wie sie in paläolithischen Höhlenmalereien in Frankreich (beispielsweise Lascaux, Les Trois Frères) oder Spanien zu finden sind, stark ähneln. Das Przewalski-Pferd wirkt kantig und unelegant. Der Kopf ist groß und schwer, mit geradem oder leicht ramsköpfigem Profil und ausgeprägten Ganaschen. Der kräftige Hals ist sehr kurz und ohne jede Wölbung. Der tiefe Brustkorb geht in eine steile Schulter und einen tonnenförmigen Rumpf mit gerader Rückenlinie über. Die Kruppe fällt steil zum tief angesetzten Schweif hin ab. Die Extremitäten sind kräftig und besitzen große, stabile Gelenke.

    Trotz des einheitlichen Erscheinungsbild variiert die Größe des mongolischen Wildpferds stark; Przewalski-Pferde erreichen ein Stockmaß von 124 bis 143 Zentimetern.

    Es gibt nur Falben mit gelblichem Fell, hellerem Unterbauch, Mehlmaul und heller umrandeten Augen. Die Beine sind ab dem Karpalgelenk an der Vorderseite der Röhren sowie im Fesselbereich vollkommen schwarz. Schweif und Mähne sind schwarz, mit teilweise helleren Haaren am Übergang zum Fell. Der Schweif ist schütter. Die Mähne steht grundsätzlich, da das mongolische Wildpferd als einzige Rasse mit dem Fellwechsel auch die Mähnenhaare abwirft. Eine weitere Besonderheit der Przewalski-Pferde zeigt sich erst bei genauerer Betrachtung: Während Esel 62 und alle anderen Pferde 64 Chromosomen besitzen, verfügt diese Wildpferderasse über 66. Erstaunlicherweise besitzen Kreuzungsprodukte mit Hauspferden - im Gegensatz zu Mauleseln und Maultieren - dennoch die Fähigkeit, sich fortzupflanzen.

    Herkunft und Haltung

    Im Jahr 1878 entdeckte der russische General N.M. Przewalski, der ausgedehnte Forschungsreisen in Asien unternahm, die urtümlichen Pferde in den Daqin Shan-Bergen am Rande der Wüste Gobi. Mehrere Exemplare wurden an europäische Zoos verkauft, wo sie sich nur schlecht vermehren und ein geringes Lebensalter erreichen. Dennoch waren diese Zoopopulationen die Rettung der Przewalski-Pferde, nachdem sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ihrer Heimat ausgerottet worden waren. In Deutschland besitzen nur wenige Zoos mongolische Wildpferde. Der Bestand kann mit rund 1000 Tieren weltweit inzwischen jedoch als gesichert gelten. Vereinzelt werden Auswilderungsprogramme, unter anderem vom Tierpark Hellabrunn in München durchgeführt, um die einzige echte Wildpferdrasse der Welt wieder in ihrer Heimat anzusiedeln.

    Art und Wesen

    Ähnlich den Zebras sind Przewalski-Pferde praktisch nicht domestizier- und reitbar.


    Przewalski-Pferd[Przewalski-Pferd]


    Przewalski-Pferde[Zwei Przewalski-Pferde bei der Paarung]


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