Sattelzubehör

    Aus Pferde-Lexikon

    Satteldecke, Sattelpad und Schabracke

    Einige der mit gepolsterten Sattelkissen versehenen Sattelmodelle können teilweise ohne Unterlage benutzt werden, wie z.B. spanische Sättel. Englische Dressursättel kommen ebenfalls teilweise ohne Decke zum Einsatz, um möglichst wenig Material zwischen Reiter und Pferd zu platzieren.

    Grundsätzlich ist jedoch auch bei diesen Modellen die Verwendung einer dünnen Unterlage anzuraten, um die Sauberkeit des Sattels zu sichern und die Haut des Pferdes zu schützen.

    Schutz von Pferd und Sattel

    Die Satteldecke oder Schabracke sollte, um ihrer Schutzaufgabe gerecht zu werden, sicher unter dem Sattel zu fixieren sein; unbefestigte Unterlagen rutschen während des Ritts leicht nach hinten. Auch sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Decke den gesamten Sattelbereich abdeckt, um Druckstellen zu vermeiden. Für Englischsättel werden auch dickere Unterlagen mit Schaf- oder Synthetikfell oder mit dickerer Füllung versehene Pads angeboten. Diese Gleiches gilt für Kissen, die die Winkelung der Sattelauflage verändern, wie Schlüsselloch-(Keyhole-)Pads oder hinten aufgedoppelte Auflagen. Zudem sollte bei diesen Decken am besten einmal "zugepackt" werden. Meist stellt sich heraus, dass die flauschige Decke unter dem Sattel auf wenige Millimeter Dicke zusammengedrückt wird und damit kaum noch polsternde Funktionen erfüllen kann.

    Sattelpads

    Bei ungepolsterten Sattelmodellen muss eine Unterlage die Sattelkissen ersetzen. Im Westernbereich werden dicke Kodelvlies- oder Schaffellpads verwendet; unter Camarguesätteln kommt eine relativ dünne, aber durch ihre Festigkeit Druckspitzen gut verteilende Filzschabracke zum Einsatz.

    Der Woilach

    Als "klassisch" kann eine etwas kompliziertere Satteldecke betrachtet werden: der Woilach. Er fand unter den deutschen Armeesätteln im Ersten Weltkrieg ebenso Verwendung wie heute bei der kanadischen berittenen Polizei. Diese große, meist graue, quadratische Decke wird viermal gefaltet und so auf den Pferderücken gelegt, dass alle offenen Ecken hinten links zu liegen kommen. Der Vorteil des Woilachs ist nicht nur seine vielseitige Verwendbarkeit als Abschwitzdecke für das Pferd oder Schlafsack für den Reiter; da er jeden Tag neu gefaltet werden kann, kommt immer wieder eine saubere Seite auf das Pferd - wodurch Satteldruck vorgebeugt werden kann.

    Gelpads

    Sie sind in, aber umstritten: die modernen Gelpads. Manch einer glaubt, Gel gleicht selbst unpassende Sättel aus. Druckmessungen haben aber ergeben, dass mitunter eigentlich gut passende Sättel durch das Unterlegen einer Geldecke drückten; bei schlechten zeigte sich keine Verbesserung. Ob die Investition in die teuren Geldpads lohnt, ist daher mehr als fraglich.

    Sattelgurt

    Der Sattelgurt hält den Sattel unverrückbar an seinem Platz. Dieser (lebens-)wichtigen Aufgabe entsprechend sollte man bei der Wahl eines Sattelgurts nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität achten. Besonders die Schnallen, mit denen der Gurt an den Gurtstrupfen des Sattels befestigt wird, sind potenzielle Schwachstellen. Sie sollten daher aus nichtrostendem Edelstahl und damit aus einem Guss, nicht gestanzt, sein.

    Für den Gurt selbst finden zahlreiche Materialien Verwendung. Im Gegensatz zur Sattelunterlage kann eine Gelpolsterung am Sattelgurt dem Pferd durchaus angenehm sein. Im Westernbereich werden Gurte häufig mit einem dicken Kodelvlies versehen. Ledergurte sind oft eine gute Lösung für empfindliche Pferde, die zu Gurtdruck neigen. Da sie allerdings aufgrund ihrer Lage ständig dem Pferdeschweiß sowie aufspritzendem Schmutz ausgesetzt sind und Leder schnell hart und brüchig wird, müssen sie täglich penibel gereinigt und regelmäßig eingefettet werden.

    Die früher üblichsten Gurte im Englisch- wie Westernbereich, Schnurengurte aus zwölf bis zu 29 parallel liegenden Kunstfaser- oder Mohairsträngen, verschwinden aufgrund der zahlreichen weicheren und leichter zu reinigenden Alternativen langsam vom Markt.



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