Silage und Heulage

    Aus Pferde-Lexikon

    Unter "Silieren" versteht man die Milchsäuregärung in luftdicht verpacktem Gras. Zu diesem Zweck wird das geschnittene Gras mit deutlich höherem Feuchtigkeitsgehalt als Heu in Ballen gepresst, die mit Plastikfolie umwickelt werden. Die Gärung läuft umso "sauberer" ab, je weniger Luft zwischen den Stängeln verbleibt.

    Da das silierte Gras durch Sauerstoffzufuhr rasch zu faulen oder schimmeln anfängt, darf die Folie während des Transports oder der Lagerung keinesfalls beschädigt werden. Ein geöffneter Ballen ist maximal drei bis vier Tage haltbar, weswegen Silagefütterung in sehr kleinen Pferdebeständen nicht praktikabel ist. Auch sollte vor der Futterentnahme die oberste, freiliegende Schicht großzügig entfernt werden, um Vergiftungskoliken oder -rehen vorzubeugen. Die für die Rinderhaltung verwendeten "Fahrsilos" sind wegen ihrer breiten Öffnung daher für die Pferdefütterung nicht geeignet.

    So kompliziert die Lagerung von Silage ist, so vorteilhaft ist ihre Fütterung unter bestimmten Umständen. Da Silage mehr Feuchtigkeit besitzt - also staubfrei ist - eignet sie sich besonders für die Fütterung hustender, stauballergischer Tiere. Auch alte oder schwerfuttrige Pferde profitieren von der Silagefütterung, da eine mit Silage gefüllte Futterkrippe energie- und nährstoffreicher ist als eine Krippe voll Heu.

    Ein großer Vorteil resultiert zudem aus dem nur kurzen Antrocknen des Grases auf der Wiese: Besonders in feuchten Gebieten kann so qualitativ hochwertiges Futter eingebracht werden, ohne dass der Verlust der gesamten Ernte durch "Verregnen" befürchtet werden muss.

    Als Silage bezeichnet man siliertes Gras mit rund 35-40 Prozent Trockenmasse (siehe dazu Mischfutter). Heulage ist durch ein längeres Antrocknen dem Heu ähnlicher (und damit energieärmer), bekömmlicher und besitzt eine Trockensubstanz von um 50 bis zu 75 Prozent. So genannte Rindersilage, die bis zu 80 Prozent Wasser besitzt, ist für Pferde ebenso wenig geeignet wie Maissilage, die ein reines Rindermastfutter darstellt und schwerste Koliken hervorrufen kann.


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