Stocksättel

    Aus Pferde-Lexikon

    Stocksattel-Geschichte

    So wie sich die nach Australien eingeführten britischen Pferde dem harten Leben in Down Under anpassten, wurden auch die englischen Jagdsättel entsprechend den Bedürfnissen der Rinderarbeit auf den riesigen Stations modifiziert. Tatsächlich entspricht der Sattelbaum noch dem seines englischen Vorläufers. Lediglich die veränderte Polsterung und der extrem vertiefte Sitz begründen den exotischen Anblick. Inzwischen wächst die Anhängerschaft des Stocksattels auch in Europa, da Stocksättel gerade für Freizeitreiter mit Dressurambitionen außerhalb der Wettkampfszene viele Vorteile bieten.

    Sicherer Sitz garantiert

    Der Sitz ist gegenüber üblichen Vielseitigkeitssätteln deutlich tiefer und gewährt daher in schwierigem Gelände große Sicherheit. Dazu tragen auch die "Knee Pads" bei, pauschenartige Wülste, die die Oberschenkelfreiheit nach vorne-oben begrenzen und an denen man sich beim Bergabreiten abstützen kann. Einige Sättel besitzen am hinteren Rand des Sattelblatts ein Pendant, das ebenfalls der Stabilität des Reiterbeins dient.

    Die Auflagefläche wird durch die mit dick gefüllten und traditionell mit ockerfarbenem Filz überzogenen Kissen deutlich vergrößert. Das Sattelblatt ist üblicherweise sehr lang und gerade nach unten geschnitten, was einen Reitersitz mit langem Bügel begünstigt. Zahlreiche Ringe ermöglichen die Anbringung von Satteltaschen, Wasserbehältern und Ähnlichem.

    Stocksattel-Zubehör

    Gegurtet wird mit einem doppelten Gurt, der über Strupfen, aber für die bessere Fixierung auf dem Pferderücken zusätzlich über einen über den Sattelbaum verlaufenden Übergurt verfügt. Die Steigbügelriemen wurden zu schmalen Fendern verbreitert, damit in Jeans und ohne Reitstiefel geritten werden kann; die lederüberzogenen Steigbügel ähneln denen des Westernsattels. Üblich ist die Nutzung der notwendigen Nähte als Schmuckelement; sie werden in einer Kontrastfarbe und in Bögen oder Mustern geführt. Die messingfarbenen Satteltaschenringe haben die Form kleiner Hufeisen. Auch Punzierungen (Ledereinprägungen) kommen vor.

    Eine Variante des Stocksattels wurde verstärkt dem Westernsattel angeglichen: Die Sattelkissen hinten sind durch Lederplatten verdeckt, die Skirts ähneln; die Fender wurden deutlich verbreitert und der Vorderzwiesel wurde mit einem Horn versehen.



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