Strahlfäule

    Aus Pferde-Lexikon

    Symptome

    Bei einer Strahlfäule entwickelt das Strahlhorn, besonders im Bereich der Strahlfurchen, eine schwärzlich-schmierige Konsistenz, die sich teilweise mit dem Hufauskratzer abtragen lässt; der Huf sondert einen fauligen Geruch ab. In fortgeschrittenem Stadium ist das Pferd druckempfindlich und lahmt, da der Fäulnisprozess bis in den Bereich des "Lebens" (Huflederhaut) im Huf vorgedrungen ist. Hufabszesse können durch Fremdkörper, die sich in den weichen Strahl drücken, entstehen.

    Ursachen

    Die Hauptursache für Strahlfäule ist fehlende Sorgfalt bei der Hufpflege und mangelnde Stallhygiene. Fäulnisbakterien können sich lediglich in einem feuchten Klima vermehren; dies entsteht, wenn das Pferd auf einer ungenügend gemisteten Einstreu (Ammoniak!) oder dauerhaft in einem nassen, matschigen Paddock ohne die Möglichkeit eines zwischenzeitlichen Abtrocknens der Hufe gehalten wird. Auch das Belassen eingetretenen Mists im Huf über einen längeren Zeitraum kann Zersetzungsprozesse des Strahls fördern. Wird der Huf lange nicht professionell ausgeschnitten, können sich Taschen und Furchen im Strahlhorn bilden, deren gründliche Reinigung unmöglich ist und in denen sich Erreger daher leicht einnisten können.

    Behandlung

    Der betroffene Huf wird durch den Schmied oder Hufpfleger gereinigt, wobei die faulige Region - soweit möglich - komplett abgetragen wird. Die weitere Behandlung besteht in der Applikation austrocknender Wirkstoffe wie verdünntem Wasserstoffperoxid oder Jodoformäther. Das Auftragen von Holzteer oder gar Altöl wird heute auch aus Umweltschutzgründen nicht mehr praktiziert. Üblicherweise lässt sich eine Strahlfäule ohne Folgeschäden innerhalb einiger Wochen heilen.


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