Suffolk Punch

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Herkunft: Großbritannien
    Stockmaß: 160-165 cm
    Farben: nur Füchse ohne weiße Abzeichen
    Eignung: Zugpferd

    Exterieur

    Das Suffolk-Pferd ist ein harmonisch gebautes, rund wirkendes Kaltblut, das eher den schweren Zugpferdetyp repräsentiert. Der Kopf ist massig und fleischig, mit oft ausgeprägter Ramsnase. Der kräftige Hals ist kurz und geht in muskulöse Schultern und eine tiefe Brust über. Der lange Rücken ist bei einigen Tieren zu weich. Die runde Kruppe fällt zum Schweif ab. Die Beine sind kurz, mit sehr großen, bodennahen Gelenken und mäßigem Behang. Das Suffolk Punch besitzt große, harte Hufe.

    Die Kaltblutrasse misst um 165 Zentimeter; vereinzelt kommen Tiere mit 170 Zentimetern Stockmaß vor.

    Das britische Suffolk Punch kommt nur in der Farbe "chestnut", also als Fuchs vor. Weiße Abzeichen sind unerwünscht; die hin und wieder vorkommenden Pferde mit Stern oder Schnurblesse werden nicht bevorzugt verwendet, sind aber zur Zucht zugelassen. In Großbritannien werden sieben verschiedene Farbtöne des Fells unterschieden. Die Variationsbreite reicht von einem sehr hellen, "mehlig" wirkenden Rotbraun bis zum Schweiß- oder Dunkelfuchs. Das Fell besitzt einen schönen Glanz; Mähne und Schweif wirken häufig schütter und sind manchmal von hellerer Farbe als das Fell.

    Herkunft und Haltung

    Das Suffolk Punch ist die älteste Zugpferderasse Großbritanniens. In der Grafschaft Suffolk wurden schon seit 1506 schwere Arbeitspferde gezüchtet, die aus einer Kreuzung des Norfolk Trotter mit dem Norfolk Cob entstanden waren. Der geringe Behang erwies sich als ideal in den schweren, lehmigen Böden Ostenglands. Wurden Suffolks zunächst in allen Farbvarianten gezüchtet, verbreitete sich die typische Fuchsfarbe in der Rasse vermutlich seit Einsatz des Hengstes "Blakes Farmer" (geb. 1760) weiter, der seine Färbung dominant vererbte. Im 20. Jahrhundert wurde die Rasse in Verbindung mit leichteren Warmblütern zur Produktion stabiler, zugstarker Kriegspferde verwendet. Heute werden die schweren Pferde vor allem vor historischen Bierwägen bei Umzügen eingesetzt, aber auch die Feldarbeit mit Pferden findet auf ökologisch orientierten Bauernhöfen wieder Anhänger. Die Rasse gilt als frühreif und langlebig. Häufig gehen Suffolks schon mit zwei Jahren im Geschirr und werden mit drei voll eingesetzt. Für eine lange Nutzung und anhaltende Gesundheit ist es jedoch empfehlenswert, die Rasse erst später zur Arbeit heranzuziehen.

    Art und Wesen

    Das Suffolk-Pferd ist als ausgesprochen ruhige und leistungswillige Rasse bekannt. Auf dem Feld muss sich der Bauer auf seine Pferde, die nur mit Stimmkommandos gelenkt werden, unbedingt verlassen können; der freundliche Charakter und die große Gehorsamkeit machen das Suffolk Punch zum idealen Pferd für diese Aufgaben. Einzigartig ist seine Leichtfuttrigkeit, dank derer es bei gleicher Leistung im Vergleich zu anderen Kaltblutrassen deutlich kostengünstiger ist.


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