Tennessee Walking Horse

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Herkunft: USA
    Stockmaß: 152-162 cm
    Farben: alle klaren Farben
    Eignung: Freizeit, Showpferd
    auch: Tennessee Walker

    Exterieur

    Das Tennessee Walking Horse gehört zu den großen Gangpferderassen aus den Südstaaten der USA. Es ist ein muskulöses, aber sehr elegantes Pferd. Der Kopf ist lang und von vorne betrachtet schmal; die Nasenlinie ist gerade, die Ganaschen sind wenig ausgeprägt. Der lange Hals des Walkers soll nach dem Zuchtziel im Genickbereich sehr leicht und schmal sein. Er setzt mit viel Aufrichtung an den flach gewinkelten Schultern an. Der Rücken ist von mittlerer Länge und geht in eine schräge Kruppe über. Der Schweif ist hoch angesetzt und soll am Ansatz aufgerichtet getragen werden. Die Beine sind trocken und leicht. Der Walker besitzt häufig sehr dichtes und langes Langhaar.

    Tennessee Walking Horses erreichen ein Stockmaß von 152 bis 162 Zentimetern. Das Tennessee Walking Horse kommt in allen klaren Farben vor, die häufigsten sind Braune und Dunkelbraune. Palominos und Dunkelfüchse mit hellem Behang sind besonders beliebt für Shows.

    Herkunft und Haltung

    Der Tennessee Walker geht - wie auch das American Saddlebred und der Missouri Foxtrotter - auf den Narragansett Pacer zurück, ein Pferd, dass in Passrennen vor dem Sulky eingesetzt wurde. Auch das Morgan Horse teilt die Abstammung des Walker, da beide auf den Traber Black Allen zurückgehen. Der Hengst deckte Traberstuten mit Pass- oder Töltneigung. Durch die Einkreuzung von Saddlebred-Blut und Halbblüter entstand der moderne Tennessee Walker, ein ausgesprochen angenehm zu sitzendes Reitpferd. Erst 1947 wurde die Rasse offiziell anerkannt. Wie auch die anderen amerikanischen Gangpferderassen entwickelte diese ein vollkommen eigenständiges Gangmuster. Neben Schritt und Canter zeigen bereits Fohlen den "Walk", einen Viertakt, der in der Ausbildung bis zum Running Walk im Galopptempo gefördert wird. Typisch für Tennessee Walking Horses ist die starke Aufrichtung in dieser Gangart. Besonders in den USA finden Manipulationen statt, um die Rassemerkmale zu unterstreichen: Die extrem hohe Aktion im Walk wird durch die Verwendung schwerer Eisen und ein Unterlegen von bis zu mehreren Zentimetern hohen Keilen gefördert, zum Teil sogar durch scharfe Einreibungen oder indem das Pferd mit verhängten "Blinkers", also blind trainiert wird. Die hohe Schweifhaltung wird durch ein Durchtrennen eines Muskels an der Unterseite der Schweifrübe erreicht. Schwitzmanschetten in der Box sollen den Hals schmal halten. Die meisten der genannten Methoden sind in Deutschland auf Turnieren nicht erlaubt und führen zum Ausschluss. Neben den USA besitzt vor allem Südafrika einige namhafte Saddle-Horse-Gestüte. Die südafrikanischen Shows gleichen den US-amerikanischen.

    Art und Wesen

    Die berühmten Showpferde in den USA sind aufgrund ihrer Haltung und Behandlung oft sehr nervöse, beinahe explosiv temperamentvolle Pferde. In normaler Haltung erweisen sich die Tennessee Walker als umgängliche, sensible Pferde, deren Begabung zum leichtfüßigen, von Natur aus lockeren (Flat-foot-)Walk sie zu angenehmen und feinfühligen Reitpferden macht.


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