Trabrennen

    Aus Pferde-Lexikon

    Entwicklung des Trabrennsports

    Trabrennen sind eine relativ junge Erfindung. Frühere Wagenrennen wurden - ähnlich den Planwagenrennen der kanadischen Calgary Stampede, die die Besiedlungsrennen im Westen nachahmen - im Galopp gefahren.

    In Deutschland wurde der erste Verein zur Förderung des Trabrennsports im Jahr 1874 in Hamburg gegründet. Zunächst starteten die Mitglieder noch zum Vergnügen mit ihren Kutschpferden und Gig-ähnlichen, mit Hochrädern versehenen Wägen. Bald aber fanden auch in anderen Städten Fahrer und Pferdefreunde Gefallen an dem neuen Sport. Meist fanden parallel zu den Trabrennen vor dem Wagen auch gerittene Trabrennen statt, die heute nur noch ein geringen Bekanntheitsgrad besitzen.

    Bereits Ende des 19. Jahrhunderts konnte man von einer Trabrennszene in Deutschland sprechen. Lange Zeit galt der auf Sandbahnen ausgetragene Rennsport jedoch als "kleiner Bruder" der Galopprennen. Tatsächlich wurde rasch wesentlich mehr Geld auf Trab- denn auf Galopprennbahnen umgesetzt.

    Das Trabrennpferd

    Die verwendeten Pferde wurden nie "rasserein" wie das Englische Vollblut (in- und rück-)gezüchtet, sondern ständig durch weitere Einkreuzungen verbessert. Die Basis des heutigen Trabers ist zwar noch immer das Vollblut, es wurden aber in geringerem Ausmaß auch Orlow-Traber oder französische Traber eingekreuzt. Vor allem letztere sorgten dafür, dass der Deutsche Traber eher spät zum Renneinsatz bereit ist, dafür aber relativ lange Leistung zeigen kann.

    Deutsche Trabrennpferde werden zudem im Trab gefahren. Die US-amerikanischen Standardbred Trotter (Amerikanischer Traber) laufen in Trab- oder den gleich ablaufenden Passrennen. Grundsätzlich sind Passgänger schneller als Traber. Dass amerikanisches Blut auch in den Adern deutscher Traber fließt, zeigt sich jedoch, sobald die Pferde nach ihrer Rennbahnkarriere bei Freizeitreitern zum Einsatz kommen: eine große Zahl ehemaliger Rennpferde besitzt Töltveranlagung.

    Die Ausrüstung für Trabrennen

    Die Ausrüstung des Trabers besteht aus einem sehr leichten, aus schmalen Lederriemen gefertigten Spezialgeschirr mit einem ebenfalls schmalen Brustblatt, mit dem das leichte Sulky gezogen wird. Als Gebiss wird meist eine Wassertrense - z.T. als so genannte Trabertrense mit nach unten weisendem Knebel - oder eine Doppelringtrense verwendet. Üblich sind auch Hilfszügel wie stehendes oder laufendes Martingal.

    Der Overcheck verläuft vom Gebiss aus zwischen den Ohren des Pferds und entlang des Mähnenkammes bis zum Selett. Mit seiner Hilfe wird ein Kopfsenken des Pferds und das Aufwölben des Rückens verhindert; das Pferd kann nicht angaloppieren. Häufig wird der Kopfriemen des Overcheck an einer eigenen, dünnen Gebissstange befestigt. Heftig kritisiert werden Praktiken wie das Festbinden der Zunge, um das Pferd am - den Takt verlangsamenden - Abschlucken des Speichels zu hindern. Festgebundene Zungen sind auch im Galoppsport zu finden.

    Je nach Gangmechanik des individuellen Pferds müssen Bandagen, Gamaschen, Glocken oder Knieschoner angelegt werden. Bei Passgängern ist meist ein Geschirr zu sehen, das Vorder- und Hinterbein jeweils einer Seite verbindet, sodass lediglich laterale Bewegungen möglich sind.

    Erstaunlich ist, dass im Trab Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreicht werden können. Weltrekordrennen werden über eine Meile gelaufen; aktuell beträgt der Trabrekord auf dieser Strecke 1:53,4 Minuten (1:10,5 min./km), der Passrekord 1:49,6 min/Meile.



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