Verhaltensstörungen

    Aus Pferde-Lexikon

    Pferde sind Lauftiere

    So praktisch die Boxenhaltung für den Reiter sein mag, der sein Pferd stets sauber und energiegeladen zur Verfügung stehen hat, und so sehr den Menschen der "Luxus" eines Stalls mit elektrischen Selbsttränken, Futterautomaten und Temperaturkontrolle auch beeindruckt: "Pferdegerechte Haltung" bedeutet vor allem Bewegung und Pferdegesellschaft.

    Wird die Erfüllung dieser beiden Grundbedürfnisse dem Pferd über längere Zeit hinweg verwehrt, kompensiert es diesen Mangel durch atypische Bewegungs- und Verhaltensmuster.

    Verhaltensstörungen und -änderungen

    Dabei wird von Verhaltensänderungen gesprochen, wenn lediglich fünf Prozent oder weniger aller Pferde diese Bewegungen ausführen.

    Verhaltensstörungen beinhalten dagegen den Aspekt der Beschädigung des eigenen Körpers oder anderer Lebewesen, bspw. durch übermäßiges Beißen. In den meisten Fällen sind Verhaltensänderungen oder -störungen Stereotypien, also zuweilen über Stunden gleichförmig wiederholte Abläufe.

    Störungen aus Langeweile

    Praktisch alle Störungen werden durch nicht artgerechte Haltung und Fütterung hervorgerufen; nur selten sind sie von anderen Pferden "abgeschaut" oder durch ein traumatisches Erlebnis hervorgerufen worden. Bei einigen Störungen (z.B. Koppen) gehen Wissenschaftler auch von einer genetischen Disposition aus.

    In jedem Fall aber ist eine Verhaltensveränderung keine "Unart", sondern ein Hilfeschrei: nach einer pferdegerechteren Haltung.



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