Wladimirer Traktorenpferd

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Herkunft: Russland
    Stockmaß: 155-162 cm
    Farben: hauptsächlich Braune, alle dunklen Farben
    Eignung: Zugpferd

    Exterieur

    Das Wladimirer Traktorenpferd besitzt meist eine kastanienbraune oder schwarzbraune Farbe, oft mit großflächigen weißen Abzeichen an den Extremitäten und am Kopf. Es kommen aber auch Füchse und Rappen vor. Das Langhaar ist glänzend, dicht und gewellt; der Behang ist mäßig lang bis lang. Das Wladimirer Pferd ist nicht dem ganz schweren Zugpferdetyp zuzurechnen. Der Ramskopf ist von mittlerer Größe und wirkt wenig fleischig. Der normal lange, sehr kräftige Hals geht in einen starken, kurzen Rücken über. Die runde Kruppe fällt mäßig steil ab. Die muskulösen Schultern sind von mittlerer Schräge. Die Extremitäten sind nicht zu kurz, mit langen Röhren und kräftigen Gelenken. Die Fesseln weisen mittlere Länge auf.

    Das Wladimirer Kaltblut misst um 160 Zentimeter und wiegt rund 700 bis 800 Kilogramm.

    Herkunft und Haltung

    Die Kaltblutrasse entstand in der Nähe der russischen Gebietshauptstadt Wladimir, rund 200 Kilometer nordöstlich von Moskau. Die Region ist vorwiegend landwirtschaftlich geprägt, sodass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine eigenständige Arbeitspferdrasse geschaffen werden sollte. Zu diesem Zweck wurden Suffolk Punch-Pferde, Ardenner, Clydesdales und Shire Horses mit den einheimischen Pferden gekreuzt. Nach der russischen Revolution wurde der Einfluss ausländischer Pferde auf die Zucht untersagt, sodass seither eine Reinzucht stattfindet. Seit 1946 existiert ein Stutbuch. Die für ein Kaltblut verhältnismäßig flache Schulter befähigt es zu raumgreifenden Gängen; dadurch wirkt die Rasse in Bewegung leichter, als sie tatsächlich ist.

    Art und Wesen

    Das Wladimirer Traktorenpferd ist ein gehorsames, williges Arbeitspferd. Es erbringt außerordentliche Leistungen beim Ziehen schwerer Lasten; im Umgang ist es freundlich und zuverlässig.


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