Australian Stockhorse

    Aus Pferde-Lexikon

    Steckbrief
    Herkunft: Australien
    Stockmaß: um 150-165 cm
    Farben: alle Farben außer Schecken
    Eignung: Freizeit-, Arbeitspferd
    auch: Waler

    Exterieur

    Es ist fraglich, ob das Australische Stockhorse - auch Waler nach dem Bundesstaat New South Wales genannt - überhaupt als eigenständige Rasse angesehen werden kann. Aufgrund der unterschiedlichen Rassen, die auf seine Entstehung Einfluss nahmen, existiert bis heute kein einheitliches Erscheinungsbild. Meist weisen Australische Stockhorses deutliche Merkmale der Englischen Vollblüter bzw. britischer Halbblüter auf. Sie besitzen einen leichten, trockenen Kopf mit geradem Profil oder leichter Ramsnase. Der lange Hals ist schlank und hoch angesetzt. Der Rücken zeigt einen ausgeprägten Widerrist. Die Kruppe fällt, wie die Schultern, in mittlerer Schräge ab. Die Beine sind leicht und trocken, aber sehr hart. Der Waler vermittelt den Gesamteindruck eines sehnigen, zähen Pferds.

    Er misst zwischen 150 und 165 Zentimetern.

    Das Australische Stockhorse kommt in allen einheitlichen Farben vor. Braune und Füchse sind besonders häufig, aber es gibt auch sehr seltene Färbungen wie helle Falben oder Palominos. Vor allem kleinere Abzeichen an Kopf (Stern, Schnurblesse) und Beinen treten oft auf. Das Fell ist kurz, das Langhaar oft schütter.

    Herkunft und Haltung

    Nahezu alle Rassen, die von den Europäern auf den zuvor pferdelosen fünften Kontinent gebracht wurden, waren an der Entstehung des Walers beteiligt. In erster Linie geht er auf die Englischen Voll- und Halbblüter zurück, aber auch Araber, Quarter Horses, südafrikanische und iberische Pferde wurden eingekreuzt. Die so entstandene Rasse musste unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden: Zum einen wurden auf den Farmen im australischen Outback Arbeitspferde für die Arbeit mit den Schafen und zur Kontrolle der endlosen Zäune benötigt. Auf der anderen Seite bestand bei den eingewanderten Briten immer noch das Bedürfnis nach leichten, schnellen Pferden für Pferderennen. Erst 1971 fand eine Registrierung der Rasse statt, um das Zuchtziel des Walers neu zu definieren. Auch heute noch ist das Pferd im Outback unverzichtbar. Mit den Stockhorses kann der Farmer in seine Schafherden reiten, ohne diese zu erschrecken, und auch schwieriges Terrain in den Halbwüsten Zentralaustraliens überwinden. Hierfür werden jedoch häufig Kreuzungen verwendet, da das moderne Stockhorse diesen Ansprüchen teilweise nicht mehr gewachsen ist. Stockhorses werden außerhalb der Farmarbeit vor allem als Polopferde, aber auch als Spring- und Vielseitigkeitspferde eingesetzt.

    Art und Wesen

    Das Australische Stockhorse besitzt einen gehorsamen, überlegten Charakter, lässt sich leicht schulen und ist trotz des hohen Vollblutanteils wenig schreckhaft. Es eignet sich aufgrund seiner Vielseitigkeit für alle Sparten des Reitsports.


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