Bosal, manuelle oder klassische Hackamore

    Aus Pferde-Lexikon

    Das amerikanische Bosal wird vollständig aus Rohhaut gefertigt. Schmale Rohhautstreifen werden tagelang eingeweicht, um sie weicher zu machen; dann wird zunächst eine "Seele", der Kern des Bosals, gefertigt. Diese wird anschließend mit weiteren Streifen umflochten. Während des Trocknens zieht sich die Rohhaut zusammen und erstarrt, sodass ein fertiges Bosal fest, aber formbar ist. Im "Rohzustand" stellt es lediglich eine Schlaufe mit einem dicken, geflochtenen Knoten (Heel knot) am Ende dar; diese muss fachmännisch über mehrere Tage eingespannt werden, um sie dem Pferdekopf anzupassen.

    Der Zügel des Bosals ist die Mecate, ein aus Schweif- oder Mähnenhaar geflochtenes langes Seil, das in einer bestimmten Weise um den Heel knot geschlungen wird. Wird dieser Zügel angenommen, erfährt das Pferd einen Druck auf dem Nasenrücken sowie seitlich an den Backen. Der Vorteil des Bosals ist seine - im Vergleich zu Kappzäumen - sanfte, aber ausgesprochen präzise Wirkungsweise, die auch rohen Pferden unmittelbar verständlich ist.


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