Englischer Reitsport

    Aus Pferde-Lexikon

    Die Englische Reitweise - Herkunft

    Was heute als "englisch Reiten" bezeichnet wird, hat seinen Ursprung in weiten Teilen nicht auf den britischen Inseln, sondern im Deutschen Reich. Richtig allerdings ist, dass sich der englische Adel als Erster von der akademischen Reitweise löste und lieber auf schnellen, hochblütigen Pferden Jagden und Galopprennen veranstaltete. In dieser Zeit - im 16. Jahrhundert - fanden auch die ersten Turniere statt, die zunächst dem Adel vorbehalten waren. Um ihren Anforderungen gerecht zu werden, wurden Pferde und Zubehör modifiziert: es entstand der flache, leichte Englischsattel sowie Pferde wie das Englische Vollblut, die aufgrund ihres langrechteckigen Gebäudes hervorragend für weiträumige, schnelle Gangarten, aber nur noch wenig für die extreme Versammlung der französischen Reitakademien geeignet waren.

    Die Heeresdienstvorschrift

    Die meisten Regeln, die heute auf "konventionellen" Turnieren in Deutschland gelten, gehen jedoch auf die deutsche Heeresdienstvorschrift zurück - die erste logisch aufgebaute, klar strukturierte Lehre, die auch weniger Talentierten die korrekte Ausbildung eines Pferds ermöglichen sollte.

    Turniersport

    Die militärischen Eignungs- und Ausbildungsprüfungen forderten ein "Allround-Pferd", das neben einfachen Dressurlektionen auch Sprünge in der Bahn wie im Gelände meistern konnte. Die Zucht des deutschen Warmbluts in seiner heutigen Form (Hannoveraner, Holsteiner usw.) begann. Sobald jedoch der Sport zum Selbstzweck und Hobby wurde, fand eine Spezialisierung der Prüfungen (und in der Folge der Zuchtlinien) statt. Heute wird generell zwischen Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitswettbewerben unterschieden, wobei letztere den ursprünglichen Turnieren am nächsten kommen.



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