Impfungen/ Entwurmung

    Aus Pferde-Lexikon

    Impfungen

    Wie jedes andere Haustier, das sich im Freien bewegt, müssen auch Pferde geimpft werden. Wie umfangreich der Impfschutz angelegt wird, hängt von der Region, der Gefährdung des Pferdes bspw. durch Turnierbesuch und teils rechtlichen Vorgaben ab.

    Tollwut

    Deutschland ist inzwischen - dank konsequenter Durchimpfung der Tiere - ein praktisch Tollwut-freies Land. Durch aus dem Ausland einwandernde Füchse, aber auch durch eingeführte Hunde kommt es immer wieder zu Tollwutalarm.

    Pferde erkranken selten an Tollwut (Lyssa), die sich durch Ausfallerscheinungen und Bewegungsstörungen bemerkbar macht. Bis zum Ausbruch vergehen zwei bis acht Wochen, in denen bereits die Gefahr der Weitergabe des Virus besteht.

    Die Tollwutimpfung wird bei Pferden nach erfolgter Grundimmunisierung im zweijährigen Turnus vorgenommen.

    Influenza

    Die equine Influenza oder Pferdegrippe geht auf einen stark ansteckenden Grippeerreger zurück, der ähnlich dem menschlichen Grippevirus regelmäßig seine Gestalt ändert. Die Symptome ähneln ebenfalls denen beim Menschen - sie reichen von Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit bis zu starkem Husten mit Nasenausfluss, einer Bronchitis oder gar Herzmuskellähmung.

    Nach der Grundimmunisierung werden Pferde einmal jährlich nachgeimpft, wobei Turnierpferde eine häufigere Auffrischung benötigen. Für sie ist die Impfung auch vorgeschrieben.

    Tetanus

    Über Verletzungen können Tetanuserreger in den Körper des Pferdes eindringen. Oft sind die Wunden so klein, dass sie gar nicht bemerkt werden. Der Erreger Clostridium Tetani, der im Boden lebt, ist sogar im Magen-Darm-Trakt des Pferdes zu finden - und dort völlig ungefährlich.

    In einer Wunde produziert er unter Luftabschluss aber starke Toxine, die schnell die Nervenbahnen schädigen. Das Rückenmark erhält keine Informationen mehr über äußere Reize; die Muskeln stehen unter Dauerkontraktion (daher der Name "Wundstarrkrampf"). Das Pferd nimmt eine "Sägebockhaltung" ein mit vorgerecktem Kopf und weit ausgestellten Beinen; das Schlucken ebenso wie der Absatz von Harn und Kot wird unmöglich. Die Todesrate ist sehr hoch.

    Da Pferde außergewöhnlich anfällig sind, ist die Tetanusimpfung für jedes Pferd unverzichtbar. Nach der Grundimmunisierung wird sie im Zwei-Jahres-Rhythmus aufgefrischt.

    Herpes

    Die bei Pferden zu findenden Herpes-Stämme sind nicht nur sehr aggressiv, sondern auch hoch ansteckend. Erkrankt ein Pferd einer Herde, werden alle nicht geimpften Tiere ebenfalls erkranken. Rund 90% der Pferde tragen einen (inaktiven) Herpes-Virus in sich. Er wird z.B. in Stresssituation, durch eine Schwächung des Immunsystems oder durch das Zusammentreffen mit einem erkrankten Pferd aktiviert.

    Die Folgen eines Herpesausbruchs sind, je nach Stamm, starke Erkältungen mit Fieber und Schleimproduktion, Ataxien (Gleichgewichtsstörungen) bis hin zu Lähmungserscheinungen durch Einblutungen in das Rückenmark.

    Die Impfung muss nach der Grundimmunisierung alle 6 Monate aufgefrischt werden und sollte den gesamten Bestand erfassen. Einige Pferde reagieren auf die Impfung selbst mit leichten Erkältungssymptomen.

    Entwurmung

    Am besten viermal pro Jahr sollten zeitgleich dem ganzen Pferdebestand eines Stalles Wurmkuren verabreicht werden. Hierfür sollte man sich vom Tierarzt in der Wahl des Präparates beraten lassen, da durch die meisten Kuren nicht alle Wurmarten (Band-, Spul- und Fadenwürmer, Magendasseln) beseitigt werden. Auch gibt es neben den üblichen Pasten, die ins Maul gespritzt werden, auch Mittel, die unter das Futter gemischt werden können. Bei einer starken Verwurmung vor allem mit Bandwürmern kann auch das Injizieren eines entsprechenden Präparates sinnvoll sein.

    Nach der Entwurmung sollten die Pferde einige Tage nur in einen leicht zu reinigenden Auslauf gelassen werden. Haben sie Zugang zur Koppel, wird diese durch die ausgeschiedenen, teilweise noch lebenden Würmer bzw. Wurmeier verseucht und die Pferde infizieren sich beim Grasen erneut.

    Wenn ausreichend Platz zur Verfügung steht, vermeiden Pferde es üblicherweise, an denselben Stellen zu fressen und zu koten. Auf kleinen Weiden sind die Tiere jedoch gezwungen, relativ bald wieder dort zu fressen, wo Pferdeäpfel lagen; so können sich Würmer rasch über den ganzen Bestand ausbreiten. Tägliches Absammeln der Weide ist daher unbedingt sinnvoll, auch die Wechselbeweidung mit Rindern kann einer starken Verwurmung vorbeugen. Beide Maßnahmen stellen jedoch keinen Ersatz für eine regelmäßige Entwurmung dar.



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