Phlegmone (Einschuss, Lymphangitis)

    Aus Pferde-Lexikon

    Symptome

    Phlegmone ist eine eitrige Entzündung, die durch kleinste Wunden v.a. an den Beinen entstehen kann, wenn Schmutz und Krankheitserreger unter die dünne Haut des Pferds dringen. Diese Entzündung zeigt sich durch eine Schwellung der Lymphgefäße, die sich von der näheren Umgebung der Wunde her ausbreitet, und durch die aufgrund der entzündlichen Prozesse hervorgerufene Wärme. Phlegmone kann das betroffene Bein innerhalb kurzer Zeit auf bis zu dreifachen Umfang anschwellen lassen und sich bei den Hinterbeinen sogar auf den Bereich des Schlauchs bzw. Euters ausdehnen. Bei extremen Schwellungen kann eitrige Flüssigkeit durch die Haut austreten. Das Pferd geht meist deutlich lahm, da die Entzündung zu starkem Druckschmerz in den Gelenken führt. Fieber kann auftreten.

    Neben den Beinen können alle stark bindegewebshaltigen Körperregionen von Phlegmonen betroffen werden, dazu zählen u.a. die Lippen, die Region hinter den Augäpfeln und der Rachen.

    Ursachen

    Wie erwähnt, ist die Ursache eines Einschusses meist in einer kleinen, oft nicht auffällig tiefen Wunde zu suchen. Typische zu Phlegmone führende Verletzungen entstehen durch das zufällige Stechen mit der Mistgabel während der Boxenreinigung, bei empfindlichen Pferden können bereits eine stärkere Mauke oder eine durch Äste hervorgerufene Rissverletzung eine Lymphangitis hervorrufen. Meist sind größere Verletzungen ungefährlicher, da sie stark bluten und so Schmutz und Keime aus der Wunde gespült werden. Die Hinterbeine sind aufgrund der schlechteren Durchblutung (wegen der größeren Entfernung zum Herzen) häufiger betroffen als die Vorderbeine; zudem zeigt sich, dass rosafarbene Haut (ähnlich weißen Hufen) anfälliger für Mauke und Phlegmonen ist als graue oder schwarze Haut. Alte Pferde erkranken wegen ihres weniger effizient arbeitenden Blutkreislaufs häufiger. Es kann auch beobachtet werden, dass manche Pferde aufgrund geringster Irritationen zu Einschuss neigen, während andere trotz entsprechender Verletzungen nie erkranken.

    Behandlung

    Antibiotika und Kortison dämmen die bakteriell verursachte Entzündung ein und senken das u.U. auftretende Fieber. Meist verschreibt der Tierarzt außerdem eine durchblutungsfördernde Einreibung, um den Abtransport der Entzündungsprodukte aus der betroffenen Körperregion zu beschleunigen. Alternativ können desinfizierende Aufgussverbände angebracht werden, die eine kühlende Wirkung haben. Auch vorsichtige Massagen (unter Berücksichtigung der starken Berührungsempfindlichkeit) können den Heilungsprozess unterstützen. Das Pferd darf zwar nicht geritten, aber auch keinesfalls in der Box gelassen werden, da die Ruhigstellung des Beins die Durchblutung vermindert. Gleichmäßige ruhige Bewegung, bspw. beim Grasen auf der Koppel, ist von Vorteil.

    Um Phlegmonen zu vermeiden, ist eine tägliche genaue Kontrolle der Pferdebeine auf kleine Wunden oder maukeähnliche Entzündungen nötig.


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