Spat

    Aus Pferde-Lexikon

    Symptome

    Der Begriff Spat bezieht sich auf entzündliche Vorgänge an Gelenk und Knochen, teilweise auch in der umliegenden Knochenhaut, im Sprunggelenk des Pferds. Diese erste Phase ist gekennzeichnet durch eine kurzzeitig auftretende Lahmheit, die sich lediglich nach Ruhephasen zeigt. Meist sind die Pferde nach wenigen Schritten bereits wieder symptomfrei. Diese typische Lahmheit ist allerdings nicht bei allen erkrankten Tieren zu sehen. Durch die im Stehen entstehenden Schmerzen verkrampft sich die Rücken- und Kruppenmuskulatur, die Hinterbeine werden soweit wie möglich entlastet. Ein Aufheben der Hufe zum Auskratzen ist nicht mehr bis zu normaler Höhe möglich. Teilweise entsteht eine Schonhaltung, bei der das Pferd mit der Zehe zuerst auffußt.

    Nach einer Phase der akuten Entzündung verknöchern und versteifen die Gelenkspalten und sind damit weitgehend schmerzfrei. Die Verknöcherungen sind als Zubildungen bzw. "Überbeine" innen am Sprunggelenk zu sehen. Die Gangqualität an Spat erkrankter Pferde ist stark eingeschränkt; dies kann bis zu einem schleifenden Gang führen, bei dem die Hufe nicht mehr ausreichend hoch abfußen.

    Ursachen

    Die möglichen Ursachen für eine Spaterkrankung sind vielfältig; zu den zentralen Auslösern zählt längerfristige und zu frühe starke Belastung der Sprunggelenke. Diese tritt bei den sehr jung antrainierten Rennpferden ebenso auf wie bei in hoher Versammlung gehenden Dressurpferden oder bei Springpferden im Moment des Absprungs. Früher wurde diese Erkrankung ausschließlich Sportpferden zugeschrieben, bis man u.a. bei zwei Drittel der nicht im Sport eingesetzten Islandpferde Spat feststellte. Bei Freizeitpferden führt meist ein zu schwerer Reiter oder allgemein zu frühes Anreiten zu dieser Krankheit. Eine weitere Ursache sind vererbte Gelenkschwächen, weswegen mit erkrankten Pferden nicht gezüchtet werden sollte. Starke Fehlstellungen, die nicht schon beim Jungpferd durch den Schmied korrigiert wurden, führen ebenfalls zu einer zu hohen Belastung des Gelenks.

    Behandlung

    Eine Heilung von Spat ist nicht möglich. Meist versucht der Tierarzt daher, das schmerzhafte entzündliche Stadium frühzeitig zum Abschluss zu bringen, damit das Gelenk rasch verknöchert und weitgehend schmerzfrei wird. Die üblichste Methode ist das Einreiben mit scharfen, durchblutungsfördernden Mitteln. Eine operative Versteifung ist ebenfalls möglich. Meist wird zudem ein Spatbeschlag mit einem verdickten inneren Schenkel angeraten, um so den auf das Gelenk wirkenden Druck zu mindern. Der Nutzen dieses Beschlags ist jedoch umstritten.

    Ist das Gelenk verknöchert, bleibt das Pferd meist in geringem Umfang - d.h. ruhige Ausritte und gemäßigte Bahnarbeit - belastbar. In jedem Fall sollte auch während der Lahmheitsphase für ausreichend ruhige, gleichmäßige Bewegung (ideal ist hier Herdenhaltung auf einer Koppel) ermöglicht werden, da diese für bessere Durchblutung und damit den schnelleren Abtransport der giftigen Entzündungsprodukte aus dem Gelenk sorgt und die Schmerzen des Pferds deutlich reduziert.


    Artikel teilen