Weidepflege

    Aus Pferde-Lexikon

    Grundsätzlich sollten Pferdeweiden im Interesse artgerechten Haltung so karg wie möglich sein. Dies bedeutet allerdings nicht, die Weidepflege zu vernachlässigen, bis kein Gras mehr nachwächst.

    In der freien Wildbahn umgehen Pferde die Stellen, an denen Kot abgesetzt wurde, beim Fressen weiträumig. Damit beugen sie instinktiv der Wiederaufnahme der ausgeschiedenen Wurmeier und Würmer vor. Diese entwickeln sich erst bei erneuter Aufnahme zu schädlichen Parasiten weiter.

    Bei der heutigen Koppelgröße ist dieses Verhalten jedoch nicht möglich; nach kurzer Brachezeit sind die Pferde gezwungen, ihre Kotstellen erneut zu beweiden. Dazu kommt, dass viele domestizierte Pferde natürliche Hygieneinstinkte - wie die Wahl immer desselben Kotplatzes - nicht mehr besitzen. Um die ständige Neuinfektion mit Parasiten trotz regelmäßiger Wurmkuren zu verhindern, müssen Weiden gepflegt werden. Im Idealfall werden alle Pferdeäpfel täglich abgesammelt. Ist dies aufgrund der Weidegröße nicht möglich, sollten nach dem Umtrieb der Pferde auf eine andere Weide alle Äpfel durch Mulchen (Abziehen per Traktor) zerkleinert und großflächig verteilt werden. Kann die Weide nun eine Zeit lang ruhen, tötet die Sauerstoffzufuhr zahlreiche Parasiten und beschleunigt die Zersetzungsprozesse des Mistes, der als Dünger wirkt. Ein umfassender Schutz vor Verwurmung wird allerdings nicht geboten, da einige Parasiten bis zu mehrere Monate oder Jahre ohne Wirt "in Lauerstellung" überleben können.

    Bei beanspruchten Weide wird in regelmäßigen Abständen eine Nachsaat notwendig. Am besten holt man sich hierzu Tipps von einem Agronomen, der die geeignete Saatmischung sowie die notwendigen Zugaben von Kalk und anderen Mineralstoffen in Abhängigkeit von Nutzung, Region und Bewuchs ermittelt.

    Je vielseitiger die Auswahl an pferdegeeigneten Kräutern und Grassorten bei gleichzeitig ausreichendem Angebot ist, desto stärker werden die Pferde instinktiv die für sie richtigen auswählen. Leider ist auf den Pferdeinstinkt bezüglich Giftpflanzen wenig Verlass, weswegen eine regelmäßige Kontrolle des Bewuchses stattfinden sollte. Problematisch ist auch die Haltung auf kleinen oder angebotsarmen Weiden, da die Pferde hier gezwungen sind, alle Pflanzen zu fressen.


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